750 000 Euro für den Brandschutz nötig

Mit ernster Miene verfolgten Erster Stadtrat Alexander Sturm, Landtagsvizepräsident Frank Lortz, die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Margot Süß und Heimleiterin Dorothea Lakowitz (von rechts) die Erläuterungen von Bau-Ingenieur Joachim Trumpfheller zu den Investitionen im „Haus Morija“. Allein für den Brandschutz sind 750 000 Euro nötig. Foto: Löw

Ober-Roden - (lö) 750 000 Euro sind nötig, um den Brandschutz im „Haus Morija“ auf den neuesten Stand zu bringen: feuerhemmende Spezialdecken in den Fluren des Alten- und Pflegeheims, eine Notbeleuchtung, die auch bei Feuer mindestens 30 Minuten brennt, und eine zentrale Brandmeldeanlage.

Der Kreis hatte 2006 nach einer Begehung des damals 16 Jahre alten Heims eine Modernisierung der Brandschutz-Einrichtungen gefordert. Die Heimleitung hat zur Umsetzung mehrere Jahre Zeit, der Betrieb kann nach Auskunft von Leiterin Schwester Dorothea Lakowitz ohne Einschränkung weiter gehen.

Trotzdem will sie den Umbau so schnell wie möglich und noch dazu am Stück angehen: Eine Modernisierung in Etappen mache das Haus auf Jahre hinweg zu einer Baustelle und erhöhe die Kosten um 30 Prozent.

Ein dickes Fragezeichen steht allerdings hinter der Finanzierung. Reiner Kappl, der betriebswirtschaftliche Berater des „Hauses Morija“, bezifferte die Eigenmittel auf etwa 150 000 Euro: „Wir kämpfen seit mehr als zwei Jahren um die Finanzierung. Ein solches Projekt können wir nicht im Rahmen unserer normalen Investitionsplanung stemmen.“ Die Stiftung „Deutsches Hilfswerk“, so Kappl, unterstütze solche Maßnahmen mit 33 Prozent der Kosten. Sie springe aber - wie alle Stiftungen - erst ein, wenn die Heimleitung alle öffentlichen Fördermittel ausgeschöpft hat.

Die zwingend notwendige Modernisierung über Kredite zu finanzieren, kann für die Heimleitung nur die letzte Möglichkeit sein: Zinsen und Tilgung treiben die laufenden Kosten weiter in die Höhe. Doch schon jetzt decken die Einnahmen aus der Pflegeversicherung kaum die Kosten der personalintensiven Betreuung im „Haus Morija“.

Schwester Dorothea und Kappl loteten gestern in einem Gespräch mit dem Landtags-Vizepräsidenten Frank Lortz, Rödermarks Erstem Stadtrat Alexander Sturm und der ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten Margot Süß die Zuschussmöglichkeiten aus. Konkrete Zusagen machte jedoch noch keiner der Politiker. Lortz kündigte jedoch an, sich im Sozialministerium für eine Förderung stark zu machen, weil ihn die Pflege „mit sehr viel Herz und Engagement“ beeindrucke. Auch Sturm, so Schwester Dorothea, ließ durchblicken, dass das letzte Wort der Stadt noch nicht gesprochen sei.

Trotz der hohen Kosten für den Brandschutz warb Schwester Dorothea für eine weitere Investition von 250 000 Euro. Soviel würde es kosten, die ungefähr 400 Fenster in den Patientenzimmern und Aufenthaltsräumen mit elektrischen Jalousien nachzurüsten. An manchen Tagen müssten ihre Mitarbeiterinnen dies drei- oder viermal per Hand erledigen - Zeit, die für die eigentliche Pflege fehlt.

Quelle: op-online.de

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