Abgang ohne Zeugnis

Hessisches Schulrecht zwingt NBS-Absolventen zum Nachsitzen

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Engagierte Abgänger: Stufenleiter Robert Kirchner (rechts) und Erster Stadtrat Jörg Rotter (links) ehrten Schüler des neunten und zehnten Jahrgangs, die sich durch besonderes soziales Engagement ausgezeichnet hatten.

Erst der akademische Teil, dann die Party: Die Nell-Breuning-Schule verabschiedete an einem Tag jene 174 Neunt- und Zehntklässler, die ihre Abschlüsse erreicht haben und nun die Schule in verschiedene Richtungen verlassen. Oder an der Oberstufe bleiben.

Ober-Roden – Stufenleiter Robert Kirchner und Erster Stadtrat Jörg Rotter haben die Besten geehrt: Im zehnten Jahrgang war dies Vanessa Odermann mit einem Notendurchschnitt von 1,8; im Jahrgang neun Benjamin Thummerer mit einem Schnitt von 2,0.

Besondere Anerkennung erfuhren die Schüler, die von den Lehrern für ihr soziales Engagement geehrt und von der Stadt mit einem Büchergutschein ausgezeichnet wurden: In der Klasse 10a erhält Simay Güler den Preis für besonderes Engagement als Klassensprecherin; den Preis für besonderes soziales Engagement hat sich Paula Daxer aus der 10b „mehr als verdient“, so der Stufenleiter. Kaan Götürmen hat die 10c drei Jahre als Klassensprecher vertreten. Luca Gotta aus der Klasse 10e erhält einen Preis für besonderes Engagement. Er ist seit vier Jahren im Schulsanitätsdienst tätig.

In der 10f1 erhält Merle Heinrich den Preis für besonderes Engagement. Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler wählten sie in der fünften Klasse erstmals zur Klassensprecherin. Bis zum Schulabgang erfüllte sie diese Funktion durchgehend.

Für besonderen Einsatz und soziales Engagement erhält Youssra Lahmidi den Preis der 10f2. Von der fünften bis zur zehnten Klasse hat sie bei gemeinsamen Aktivitäten immer Verantwortung übernommen. „Auch wenn sie manchmal in ihrer klassenmütterlichen Art gebremst werden musste, da sich sonst vor allem manche Jungs möglicherweise an das Bedientwerden gewöhnt hätten“, erinnerten sich die Lehrer. Stufenleiter Robert Kirchner wechselt zum neuen Schuljahr nach Babenhausen.

„Bis jetzt seid ihr gemeinsam euren Weg gegangen. Heute ist der Abschied. Es wird vieles anders werden als bisher“, betonte Rektorin Christine Döbert mit Blick auf die sich trennenden Wege der Jugendlichen. Elf mal wird der Hauptschulabschluss verliehen, 24 mal ein qualifizierender Hauptschulabschluss. 23 Jugendliche bekommen den Realschulabschluss, 33 den qualifizierenden Realschulabschluss. 83 Schülerinnen und Schülern steht der Weg offen zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe, die meisten davon werden an der Nell-Breuning-Schule bleiben.

Dass alle Abgänger am Schluss mit einer Rose statt einem Zeugnis in der Hand dastanden, ist dem hessischen Schulrecht zu verdanken. Das besagt nämlich, dass (trotz des frühen Ferienstarts am Freitag nächster Woche) die Zeugnisse erst nach dem 21. Juni vergeben werden dürfen. So kommen die Jugendlichen erst beim Schulfest am Montag in den Besitz ihrer Zeugnisse.

Nach einer kurzen Pause startete am gleichen Abend noch die standesgemäße Abschlussparty in der Kulturhalle. Mit teilweise herzerfrischenden Videos und Präsentationen ließen alle Klassen ihre letzten Schuljahre noch einmal wiederaufleben. Danach wurde Party gemacht, die sich die Schüler wirklich verdient hatten.  

chz

Quelle: op-online.de

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