Abschied in tiefer Enttäuschung

Parlament will die IC Rödermark AG auflösen - Vorstand Norbert Rink zieht frustriert Bilanz.

Rödermark (lö) - Am Dienstagabend wird die Stadtverordnetenversammlung die Innovationscentrum (IC) Rödermark AG auflösen und die Wirtschaftsförderung wieder ins Rathaus verlagern.

Das steht so in Koalitionsvertrag, den CDU und Andere Liste heute unterschreiben wollen, und unter dem Stichwort „Liquidation des IC“ fordert auch die SPD eine billigere Lösung. Konsequenz: Der Ende des Jahres auslaufende Vertrag von IC-Vorstand Norbert Rink (56) wird auf keinen Fall verlängert.

„Das Schlimme ist, dass die Wirtschaftsförderung politisiert wird“, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. Tiefe Enttäuschung klang durch, doch Formulierungen wie „von Freunden abgesägt“ oder „Bauernopfer“ vermied Norbert Rink tunlichst. Einen Seitenhieb auf die CDU, die ihn voriges Jahr in den kaum zu gewinnenden Bürgermeisterwahlkampf gegen Amtsinhaber Roland Kern geschickt hatte, mochte er sich indes nicht verkneifen: Vor der Kommunalwahl habe die CDU noch den Erhalt des IC als eigenständige Aktiengesellschaft gefordert - genau das Gegenteil also, was sie jetzt mit ihren grünen Partner tut.

Wirtschaftsförderung hätte Geld verdienen können

In seiner Bilanz listet Rink eine Reihe von Grundstücksgeschäften auf, mit denen das IC unter seiner Führung Rödermark ein Stück voran gebracht habe: 40 Prozent der städtischen Gewerbeflächen im Baugebiet „Rennwiesen“ vermarktet, den internationalen Gerüstbauer „Ulma“ nach Ober-Roden geholt, einen Investor für das Jado-Gelände gefunden. Weitere Pluspunkte seien die Ansiedlung des Lebensmittelmarktes im „Zehnthof“ und des Fußball-Parks in der Wesira-Tennishalle. Auch den Umbau des Kipferl-Geländes zur Shell-Tankstelle habe er begleitet. Dank fundierter Gründerberatung seien allein 2010 in der Region 51 Firmen mit 150 Jobs entstanden.

Rink weist auch die Kritik von AL und SPD zurück, das IC habe der Stadt pro Jahr 260.000 Euro Miese beschert. Das sei das Budget gewesen, das das IC zur Serviceeinrichtung für etablierte Firmen und Existenzgründer gemacht habe. Diese Summe sei immer real kalkuliert gewesen, 2009 habe das IC sogar nur gut 200.000 Euro gebraucht. Bürgermeister Kern sei als Aufsichtsratsvorsitzender in alle Entscheidungen eingebunden gewesen.

Nach Ansicht von Norbert Rink hätte die Wirtschaftsförderung sogar Geld verdienen können. Seine mehrmals wiederholte Forderung: Lasst das IC wirtschaften wie ein Makler für Gewerbe-Immobilien, dann klingelt die Kasse. Hätte er die „Ulma“-Ansiedlung unter diesen Bedingungen abgewickelt, wäre das IC-Budget für fast ein Jahr gedeckt gewesen.

Quelle: op-online.de

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