ADFC in Rödermark

Zahlenschlange schreckt Langfinger ab

Ober-Roden - Direkt vorm Start des „Stadtradelns“ bot der im vorigen Jahr gegründete Ortsverein Rödermark des ADFC, des Allgemeinen deutschen Fahrradclubs, eine vergünstigte Radcodierung an.

Eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen soll Langfingern das Leben schwerer machen und dem rechtmäßigen Besitzer im Ernstfall helfen, ein gestohlenes Rad zurückzubekommen. Gut sichtbar am Sattelholm angebracht, schreckt die nicht löschbare, eindeutige Zuordnung eines Rades zu seinem Halter - zumindest in der Theorie - die meisten Diebe ab. 16 Codierungen waren eine gute Bilanz für die ehrenamtlichen ADFC-Mitglieder, die sich zudem über die acht neu gewonnenen Vereinsmitglieder freuten: „Damit steigt unsere Mitgliederzahl von 80 auf 110“, berichtete Vorstandsmitglied Hanno Wirth, der mit Oliver Doenges, Sven Döber und weiteren Helfern codierte.

Die Kennung, die von Hand mit einer Schablone in den Rahmen eingefräst wird, setzt sich aus zwei Gemeindekennziffern, drei Kennziffern für den Straßennamen, der Hausnummer und dem Codierungsjahr zusammen. Das ergibt eine eindeutige Aussage, die nach einem Diebstahl über das Einwohnermeldeamt zum Besitzer zurückführen kann. Der ADFC gibt neue Nummern an die Polizei weiter, die sie speichert und jederzeit den Halter verifizieren kann, wenn ein gestohlenes Rad auftaucht.

Zu den neuen Mitgliedern des ADFC zählt auch Michael Baumer, der durch den Abschluss einer Familienmitgliedschaft für 58 Euro jährlich an diesem Tag die Kosten für die Codierung des mitgebrachten Rades spart. Das war dass Einführungsangebot sozusagen. Mit seinem Sohn Benjamin und zwei Fahrrädern stand auch Johannes Müller aus Urberach in der kleinen Schlange derer, die auf den Graveur warten: „Wir lassen immer alle Räder codieren, und das sind beides ganz neue, da ist uns das besonders wichtig. Vielleicht hilft es einmal; entweder zur Abschreckung oder zum Wiederfinden.“

Fahrrad-Infotag des ADFC

Fahrrad-Infotag des ADFC

Günther Gotta aus Ober-Roden, mit dem Fahrrad unterwegs wie fast immer und überall, erinnerte sich vorm Fahrradhaus Gotta schmunzelnd zurück: „Ich hab mein erstes Rad von meinem Onkel zu meiner Kommunion 1951 bekommen – mit einer damals noch ganz tollen Dreigangschaltung! ‚Der Bub kriegt das!’, hat der Onkel gesagt. Und dieses Rad ist mir nie geklaut worden, obwohl damals niemand sein Fahrrad abschloss! Das war halt nicht wie heute!“ Ein Rad mit einer Dreigangsschaltung hatte auch Bürgermeister Roland Kern zu seiner Kommunion bekommen, erzählte er ebenfalls bei der Codierung, „auch von meinem Onkel Schorsch, und das war damals grün!“ Dieses Rad war auch nie abhanden gekommen - ganz entgegen jenem Drahtesel, den er zu seiner Amtseinführung geschenkt bekommen hatte. Der war ihm 2010 geklaut worden - damals noch nicht codiert.

(chz)

Quelle: op-online.de

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