Busse zu teuer

Was ältere Seewald-Bewohner stört

Urberach - Die meisten der rund 3.000 Seewald-Bewohner leben gern zwischen Rodaustraße und Bulau. Was aber nicht heißt, dass ihnen dort alles gefällt.

Bei einem Stadtteilgespräch mit rund 60 älteren Teilnehmern klagten einige darüber, dass in der Nikolaus-Schwarzkopf-Straße zu viele Autos und meist noch noch zu schnell unterwegs sind. Störend sind ihrer Meinung nach auch parkende Autos. Sie fordern mehr Kontrollen durch die Ordnungspolizei und regten die Umgestaltung zur Spielstraße an.

Alte und Behinderte lobten den Stadtbus grundsätzlich, kritisierten aber die hohen Preise für Kurzstrecken und die Linienführung. Bemängelt wurde auch mangelnde Sauberkeit im Seewald und am Entenweiher. Hier müsse die städtische Kehrmaschine öfter im Einsatz sein.

Stadteilgespräch im Zuge eines Forschungsprojektes

Jana König von der Hochschule Darmstadt hatte das Stadtteilgespräch im Zuge des Forschungsprojektes SILQUA organisiert. Die Abkürzung steht für Soziale Innovation für Lebensqualität im Alter. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, Stadt und Kreis beteiligen sich an der Finanzierung. Auch die Caritas-Sozialstation, Senioren- und Ausländerbeirat sowie Vereine machen mit. Urberach ist neben Kassel der einzige SILQUA-Standort in Hessen.

Jana König und Projektleiter Prof. Dr. Walter Hanesch, einer der führenden Armutsforscher in Deutschland, wollen ältere, behinderte, bedürftige und ausländische Seewald-Bewohner stärker am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. Die kämpfen, so Jana König, immer noch gegen eine „gewisse Stigmatisierung“, die ihnen seit Jahrzehnten aus dem Altort entgegenschlägt. Ein Wohngebiet mit vielen Sechziger-Jahre-Blöcken und einem Ausländeranteil von 36,6 Prozent ist manchem Orwischer offenbar suspekt - auch wenn"s natürlich keiner zugibt.

Bürgermeister: Der Seewald muss sich öffnen

Um so wichtiger ist nach Ansicht von Bürgermeister Roland Kern, dass sich der Seewald durch Veranstaltungen wie das Brückenfest oder die regelmäßigen Termine im „Schillerhaus“ öffnet. Die Begegnungsstätte bringe Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammen und leiste so „einen Großteil der Integrationsarbeit“, der in Rödermark erbracht wird.

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Quelle: op-online.de

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