Aha-Erlebnis auf dem Gurtschlitten

+
Mit nur sieben Stundenkilometern prallten Fatih Gökce und Mesut Yurdakul mit dem Gurtschlitten nach wenigen Metern gegen die Stopper: Dennoch wurden sie beim Aufprall deutlich spürbar in die Sicherheitsgurte gedrückt.

Urberach - (chz) Mit nur sieben Stundenkilometern sausten Fatih Gökce (14) und Führerscheinneuling Mesut Yurdakul (18) mit dem Gurtschlitten wenige Meter bergab gegen die Stopper - und dennoch flogen sie ganz schön nach vorne in die Sicherheitsgurte. „Das ist interessant, so etwas zu erleben“, bedankte sich Mesut Yurdakul für diese Erkenntnis bei Klaus-Dieter Preuß vom Außendienst der Ordnungspolizei.

Die Demonstration war Teil des Informationsnachmittags, mit dem die Stadt Rödermark in der Kita Lessingstraße über die Arbeit ihres Fachbereichs Öffentliche Ordnung informierte.

In ihrem Alltag war den Mitarbeitern der Ordnungspolizei ein großes Informationsdefizit besonders bei türkischen Mitbürgern aufgefallen, dem sie mit dieser Veranstaltung entgegenwirken wollten. So standen im Innern der Kita regionale Schwerpunkte wie etwa die lebensgefährliche Verhalten an Bahngleisen im Vordergrund, ebenso die richtige Handhabung von Kindersitzen. Zunächst gab‘s Infomaterial für Eltern und Erzieherinnen, doch in Zukunft sind auch Kontrollen geplant.

Der Infoparcours enthielt den Schulwegeplan in deutscher und in türkischer Sprache - von Yasemin Sen, einer Mitarbeiterin im Mutterschutz, übersetzt. Das Bürgerbüro informierte mehrsprachig über die Einbürgerung. Eine nachgebaute Wahlkabine symbolisierte den hohen Stellenwert der bevorstehenden Europawahl; neben Mustern der Stimmzettel gab es Formulare für den Antrag auf Briefwahl.

Nina Littauer von der Fachabteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung erläuterte die gültige Gefahrenabwehrverordnung bis hin zur Verordnung über gefährliche Hunderassen, über Brut- und Nistzeiten. Pia Christ, die Leiterin der Fachabteilung Bürgerbüro, schilderte anschaulich ihre Zuständigkeit vom Fischereischein bis zur Gewerbean- und -ummeldung oder zur Konzessionsvergabe.

Hamdi Helms von der für „Ringmaster“ zuständigen Firma erläuterte das telefonische Frühwarnsystem. Er warb damit, dass bereits rund 1 700 Haushalte in Rödermark angeschlossen sind.

In der Lessingstraße vor dem Kindergarten konnte man derweil bei Gerd Nathan von der Verkehrswacht an einem Messgerät seine Reaktionszeit testen. Das Gerät simulierte verschiedene Wetterverhältnisse und Bodenbeschaffenheiten. Lag die durchschnittliche Reaktionszeit der Testpersonen etwa bei 0,38 Sekunden, um im Ernstfall vom Gaspedal aufs Bremspedal zu wechseln, so ergaben sich bei angenommenen 30 Stundenkilometern und sonnigem Wetter etwa 5,5 Meter Reaktionsweg, 19,5 Meter Bremsweg und rund 25,0 Meter Anhalteweg. Bei 200 Stundenkilometern hielte ein Auto nach 236 Metern, bei glatter Fahrbahn sogar erst nach fast 650 Metern.

Die eindrucksvollen Zahlen überraschten die Besucher ebenso wie die Erfahrungen mit der Alkoholbrille, die dem Benutzer einen Blutalkoholgehalt von 1,3 Promille vortäuscht: „Der schnellste und billigste Rausch, den es gibt, und der ungefährlichste dazu“, der aber erschreckend klarmacht, wie langsam und unpräzise ein Mensch in diesem Zustand reagiert.

Zwar nutzten nicht so viele Gäste wie erhofft diese erste große Informationsschau der Ordnungsbehörde, doch die Beamten nahmen es locker: „Wir sehen das hier als Probelauf, was wir alles vorstellen können, und werden immer wieder mal gerade an verschiedenen Schwerpunktstellen solche Infotage für die Bevölkerung anbieten.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare