Breidert-Quartiersgruppe beseitigt Vandalimusschäden

Alles in Handarbeit

Zumindest schien die Sonne, als die Breidertianer anpackten.
+
Zumindest schien die Sonne, als die Breidertianer anpackten.

Ober-Roden – Während große Teile Rödermarks zeitbedingt sehr ruhig vor sich hin vegetieren, ist im Breidert Dauerbetrieb: Am vergangenen Samstag haben Mitarbeiter der Initiative „Wir sind Breidert“ mit einigen Menschen, die einem Aufruf zur Mithilfe gefolgt sind, die Vandalismus-Schäden aus der Woche zuvor wieder ausgebessert. Mit sehr viel körperlichem Einsatz, denn die Bankgruppe aus schweren Baumstämmen, die wegen eines brachialen nächtlichen Übermuts zu Schaden gekommen war, war wirklich zentnerschwer. Das Grobe wie etwa die Abfallbeseitigung hatte am Montag sofort der städtische Bauhof übernommen. Dank der Mithilfe mehrerer junger Helfer etwa aus der Gruppe der „Grünen Jugend Rödermark“ können Besucher des historischen Braaret Bernsches sich nun aber auch wieder ausruhen, auch wenn die Position der beiden Bänke und Tische unzählige Male verändert wurde, um den ebensten und sichersten Platz für sie zu finden. Bei so vielen Köchen dauerte das Kochen des Breis dann doch etwas länger. Glücklich über das Ergebnis war jedenfalls Karlheinz Weber, der Kopf der Initiative, der auch offen zugab: „Die zweite Halbzeit dauerte länger als die erste...“ und damit das (distanzbestimmte) abschließende Zusammensitzen und Nachbesprechen bei gestifteten Mettbrötchen, Lebkuchen und Kaffee ansprach.

Dank der guten Gemeinschaft der Initiative und der vielen positiven Rückmeldungen und aktiven Hilfen ist er wie seine Mitstreiter immer noch sofort bei der Sache, wenn es um Schadensbekämpfung oder auch um neue Ideen geht, obwohl seine Frustgrenze nach dem jüngsten Vandalismusvorfall am immer wieder betroffenen Braaret Bernsche schon fast erreicht war. So listet er für unsere Zeitung all das auf, was er seit der aktiven Quartiersarbeit dort schon alles an den Nerven gezerrt hat:

Die zweimalige mutwillige Zerstörung des „Öffentlichen Bücherschrankes“, die systematische Zerstörung des Betondeckels des Braaret Bernsche; die Vermüllung des Braaret Bernsche (gegen die die Initiative mit einem Sammelsystem eigene Lösung erfunden hat); eine recht starke Kontaminierung der Hecken (und anderen Heckenstreifen im Breidertring), Grünflächen und Wege durch Hundekot oder Kottüten etwa oder eine teilweise Vermüllung des Ortsteils (unter anderem durch Ignorierung der Straßenreinigungssatzung) etwa durch permanente Müll- und Dreck-Ablagerungen an Straßenrändern, Parkplätzen, Heckenstreifen, Grünflächen, Grundstückseinfahrten, Fußgängerwegen und ähnlichem. Eine konsequentere Verfolgung der bereits vorhandenen Regelwerke durch die Stadt Rödermark könnte das nach Meinung von Karlheinz Weber schon einschränken.

Dazu gehören Frustrationen wie die Ablagerung von Gartenabfällen wie etwa Grünschnitt am Orts- oder Waldrand; die Beseitigung von dürrem Gras auf Verkehrsinseln oder an Straßenabbiegungen und Straßenrinnen.

Manchmal überfällt ihn das Gefühl, von der Stadt vergessen zu sein, wenn er wieder einmal lange auf die Bearbeitung eines eingereichten Hinweises wartet oder etwas in Vergessenheit zu geraten scheint. „Das Problem ist, dass mangelnde Rückmeldungen oder fehlende Umsetzung von Regelwerken bei den Bürgern das Gefühl hinterlassen, nicht ernst genommen zu werden.“ Dies lässt nicht gerade auf eine aktive Bürgerbeteiligung schließen.

Doch noch siegt der Optimismus bei den Mitgliedern der Quartiersgruppe und ihren Helfern. Sie machen sich gegenseitig Mut und freuen sich wie jetzt (wenn auch mit einem bitteren Nachgeschmack), dass das in den vergangenen Jahren mühsam wieder zum Leben erweckte Gelände rund ums Braaret Bernsche eine kleine Oase für Ruhesuchende und für Spaziergänger geworden ist.  chz

Arbeit gab’s für alle der vielen Helfer am Braaret Bernsche: vom Schrauben und Graben bis zum Ebnen des Waldbodens und dem Stemmen der schwergewichtigen Sitzgruppe. Dazu bedurfte es vieler kräftiger Arme.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare