Alte und Kranke trinken trotz Tropenhitze zu wenig

Rödermark ‐ Der Rekordsommer setzt Senioren und Kranken hart zu. Mitarbeiter von Pflegediensten und Altenheimen in Rödermark müssen Patienten regelrecht zum Trinken animieren. Denn vielen fehlt jegliches Durstgefühl. Von Michael Löw

Völlig ausgetrocknet und am Ende ihrer Kräfte lag die alte Frau im Bett. Der Caritas-Schwester, die sie pflegt, blieb nur eine Wahl: Rettungswagen rufen und ab ins Krankenhaus. Wasser stand reichlich neben dem Bett, die Patientin hatte es nicht einmal angerührt. Das war am vorigen Freitag bei Temperaturen jenseits der 35 Grad gewesen und zum Glück der bislang einzige echte Hitze-Notfall für die Caritas-Sozialstation.

„Die Frau hat das Trinken regelrecht verweigert“, berichtete deren Leiterin Beate Winnige gestern. Senioren fehlt‘s oft an Durstgefühl und immer wieder an Einsicht. Diese fatale Mischung lässt die Caritas-Schwestern immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Beate Winnige: „Wenn wir da sind, verabreichen wir den Leuten zwei oder drei Gläser Wasser. Aber was ist danach?“

Etwas leichter hat‘s Sibylle Heiß, die stellvertretende Leiterin des Hauses Morija. Ihre Kolleginnen haben die mehr als 100 Bewohner rund um die Uhr im Blick. Den Schwächsten bringen sie alle halbe Stunde ein paar Schluck Wasser. Im ganzen Haus stehen Getränke, und selbst im Garten, den die Senioren jetzt meiden sollen, ist eine Kühlbox deponiert.

Quelle: op-online.de

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