Geschützte Gebiete verbinden

AL betont grüne Positionen und fordert Gewerbeflächen

Die Andere Liste will die Kirche im Ort lassen - sprich: Rödermark von innen heraus entwickeln, ohne dass an den Rändern neue Wohngebiete entstehen. Das Luftbild stammt aus dem Film „Rödermark von oben“, mit dem die AL vor der Kommunalwahl 2016 die Stadt aus der Vogelperspektive zeigte.

Ober-Roden - Rödermark soll auch 2025 eine „grüne Stadt im Ballungsraum“ sein. Diesen Anspruch formulierte die Vorsitzende der Anderen Liste (AL), Andrea Schülner. Von Michael Löw 

Die AL will - so hatte sie es im Juni mit dem Koalitionspartner CDU vereinbart - zwei neue Gewerbegebiete ausweisen, gleichzeitig aber die „Grüne Mitte“ ökologisch aufwerten.
Ist ein grünes Rödermark mitten im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet eine Vision, die Wirklichkeit werden kann, oder eine Fiktion, die unerfüllt bleibt? Das hatte die AL-Vorsitzende Andrea Schülner bei einer Diskussion im Kulturhallenfoyer gefragt. Wer auf die Antwort wartete, brauchte Geduld. Denn der Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl referierte fast 40 Minuten über Flächennutzungs- und Bebauungspläne, Instrumente der Stadtplanung, vorbeugenden Hochwasserschutz und die Rodau-Renaturierung oder die Kaltluft-Entstehungsschneisen zwischen Urberach und Ober-Roden. Und erläuterte anschließend als Perspektive für die Zeit bis 2025, was die schwarz-grüne Koalition im Juni als Aktionsprogramm, das sie in den nächsten beiden Jahren beginnen will, verkündet hatte.

Das sind zunächst etwa 20 Hektar zusätzliche Gewerbefläche am Urberacher „Hainchesbuckel“ und nördlich der Kapellenstraße in Ober-Roden. Auf Druck der CDU will die AL sogar Flächen am Rödermarkring preisgeben, die bisher dem Öko-Ausgleich vorbehalten waren. Die Gewerbeflächen auf dem „Hainchesbuckel“ will die Koalition unter dem Stichwort Planungssicherheit für bestehende Unternehmen erweitern beziehungsweise neu ordnen.

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„Stadtplanung muss gemeinnützig sein und darf nicht einem Unternehmen nutzen“, machte Gerl keinen Hehl daraus, dass der AL der Recyclingplatz der Firma Rügemer ein Dorn im Auge ist. Er forderte eine nachträgliche Umweltverträglichkeitsprüfung, weil die Maschinen zur Bauschuttaufbereitung seiner Ansicht nach zu laut sind und von den Sandbergen zuviel Staub in Wohngebiete weht. Zudem seien die schweren Lkw eine Gefahr für die Dreifaltigkeitskapelle. Gerl plädierte für eine Querspange zwischen Messenhäuser und Kapellenstraße mit Abstand zum Kirchlein - auf Kosten des Unternehmens.

„Muss ein alteingesessenes Unternehmen, das Steuern zahlt, also verschwinden?“ zweifelte ein Zuhörer die von Gerl angesprochene Sicherheit für Rügemer an. Deren Chef Jörg Rügemer hatte schon vor Wochen Widerstand gegen die Koalitionspläne angekündigt. Weitere Wortmeldungen zum „Hainchesbuckel“ gab es keine.

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Intensiver wurde über das Dreieck zwischen Rödermarkring, Frankfurter und Kapellenstraße diskutiert. Den Zuhörern ging’s jedoch weniger um 7,5 Hektar neue Gewerbe- und den möglichen Verlust bestehender Ausgleichsflächen, sondern mehr uns Einkaufen. Rewe denkt an einen Umzug: Der Grundstücksbesitzer möchte anstelle des Marktes nämlich Reihenhäuser bauen. Besonders in Waldacker fürchtet man um die Nahversorgung.

Einzige Standortalternative ist laut AL-Vize Eckhard von der Lühe das ehemalige Gaswerk an der Mainzer Straße. Lieferanten und Kunden würden die ohnehin „desolate Verkehrslage weiter verschärfen, kritisierte umgehend eine Anwohnerin die Umzugspläne, die noch längst nicht sicher sind. Denn der Gaswerk-Besitzer, der in Hamburg lebt, will auch lieber Wohnungen bauen. Und Stefan Gerl bekannte sich klar zu grünen Grundsätzen: Der Investor muss ein Verkehrsgutachten liefern. Sind die Belastungen zu hoch, stirbt das Projekt.

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Ein ur-grünes Thema soll nach Ansicht des AL-Fraktionsvorsitzenden bis 2025 keine Vision mehr, sondern Realität sein. Die Landschaftsschutzgebiete, die von Norden und Süden in die „Grüne Mitte“ ragen, sollen verbunden werden. Dieser Zusammenschluss in Verbindung mit der weiteren Rodau-Renaturierung wären mehr als ein Ausgleich für die Wiesen zwischen Rödermarkring und Kapellenstraße.

Quelle: op-online.de

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