Altes Konferenzbuch weckt Erinnerungen

+
Norma Assmuth (früher Schwab, rechts) und Petra Harenberg gehörten in den frühen 70er Jahren zu den ersten Klassen an der damaligen Rodgau-Schule – anhand des „Lehrerkonferenz-Buches“ erinnerten sie sich an viele Einzelheiten.

Ober-Roden (chz) ‐ 40 Lenze sind zwar kein echtes Jubiläum, aber dennoch ein Grund zum Feiern für die Nell-Breuning-Schule. Unter dem Namen Rodgauschule lange Zeit eher umstritten als geliebt, hat die NBS inzwischen einen derart guten Ruf, dass ihre Schülerzahlen geradezu explodieren. Ab Sommer schaffen Holzbaracken anstelle des Hausmeisterhäuschens Platz für die Nachmittagsangebote.

Zunächst aber wurde in Erinnerungen geschwelgt: Der pensionierte Lehrer Thomas Kuhn hatte die Idee, alle bisherigen Schüler zu einem Ehemaligen-Treffen einzuladen. Während die letzten Jahrgänge eher schwächer vertreten waren, fanden sich viele Weggefährten aus den ersten Jahrzehnten wieder.

Norma Assmuth war über 20 Jahre nicht mehr auf dem alten Schulgelände gewesen; Petra Harenberg, 1972 aus Berlin nach Urberach gezogen, hat inzwischen ihre Tochter in der zwölften Klasse. Die Frauen gehörten zum dritten und vierten Jahrgang der Rodgauschule, die sie bis zur zehnten Klasse besuchten – zum Abi mussten die Jugendlichen nach Dieburg oder Darmstadt wechseln. Fotos und alte Dokumente riefen bei ihnen zahllose Erinnerungen wach: „Weißt du noch, als wir damals gestreikt haben? Wir waren schließlich die späten 68er; wir haben offiziell für die Lernmittelfreiheit gestreikt, aber eigentlich für und gegen alles“, fassten sie ihre Schulzeit zusammen und durchstöberten das alte „Lehrerkonferenz-Buch“, in dem ab 1970 in säuberlichster Handschrift alle größeren Diskussionen festgehalten sind.

„Wir hatten acht Stunden Deutschunterricht zum Thema ‚Was wäre, wenn Elefanten rosa wären?’ oder bei unserem Lehrer Alf Wichmann eine Arbeit zum Thema ‚Vergleichen Sie die LPG mit der freien Marktwirtschaft“ – meinem Vater hat sich damals der Magen umgedreht“, erinnerte sich Norma Assmuth. Schon damals gab‘s in der Kapellenstraße keinen Frontalunterricht mehr, und der Schwerpunkt lag schon immer auf der sozialen Kompetenz, freuen sie sich heute noch. Beide Frauen sind schmunzelnd stolz darauf, dass aus ihnen trotz des damaligen Rufes der Schule „etwas Anständiges“ - sprich: Steuerfachgehilfinnen - geworden ist.

Viele Gäste feierten abends in der Kulturhalle weiter – hier hatte die jetzige Elternschaft zu einer 70er-Jahre-Disco-Party eingeladen, wovon der kultige Citroen 2CV mitsamt riesiger Prilblume vor der Halle zeugte. Das Team um Daniela Gotta, Alfons Gotta und Hajo Harms sorgte mit Musik zum Tanzen und zum Zuhören für die richtige Mischung. Höhepunkt war die große Foto- und Dokumentenausstellung.

De Einnahmen kommen dem Förderverein zugute. Das Ehemaligen-Treffen soll regelmäßig am Freitag vor Pfingsten stattfinden.

Quelle: op-online.de

Kommentare