Altes Lied auf neuem Medium

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Letzte Seh- und Hörprobe vor der Veröffentlichung: Franz Kern, Willi Dreher und Josef Murmann (von links) schauen zwar noch ein wenig skeptisch, doch sie können mit dem bebilderten „Rödermark-Lied“ - oder sollte man sagen: besungenen „Rödermark-Film“? - zufrieden sein.

Ober-Roden - Ein höchst rühriges Senioren-Trio hat Mut zu neuer Technik bewiesen und pünktlich zur Oweräirer Kerb eine DVD veröffentlicht, die so richtig ins Rödermärker Herz trifft. Von Michael Löw

„Rödermark in Bild und Ton“ heißt das Werk; Willi Dreher, Franz Kern und Josef Murmann heißen - in alphabetischer Reihenfolge - seine Autoren.

Am Anfang war das „Rödermark-Lied“, das Franz Kern vor Jahren für den Rosenmontagsball der Diana-Schützen geschrieben hat. Darin preist die Handball-Legende die Schönheiten seiner Heimat, zu der er nicht nur Ober-Roden und Urberach zählt. Großzügig hat er ihr Spessart, Odenwald und Taunus zugeschlagen.

So klar wie die Rodau-Quelle im Lied plätschert, so klar klingt Willi Drehers Bariton. Da passt auch seine Selbsteinschätzung: „Ich bin ein reines Naturtalent.“ Mehr als 80 Stücke hat der Seniorchef einer Hosenfabrik schon auf CD’s gesungen. Da war’s eine Ehrensache, dass er auch dem „Rödermark-Lied“ seine Stimme leiht.

„Kannst Du uns mal ein paar Scheiben machen?“, fragte Franz Kern dann den Dritten im Bunde. Josef

Murmann hat zwar schon 15 Naturfilme aus Rödermark und Umgebung auf besagten Scheiben produziert. Doch die DVD überließ er den Profis von der Urberacher Firma Prodis. Ums Layout kümmerte sich mit Theo Koser wiederum ein Ur-Ober-Röder.

Josef Murmann steuerte Videos und Fotos bei. „Er hat viel, viel Zeit und Arbeit investiert“, lobt Franz Kern.

Erlös geht an die Stiftung Rödermark

Rund vier Wochen war Murmann in allen Stadtteilen, in Wald und Feld und eben in den benachbarten Mittelgebirgen unterwegs, bevor er jedes Motiv in der passenden Lichtstimmung hatte. Dann „warb“ er die Statisten an. Mechthilde Zöller pflügte mit ihrem Traktor durch das Ober-Röder Feld, die Männer des Autohauses Mieth in Urberach genossen ihre Pause vor laufender Kamera, und der Diana-Stammtisch prostete Murmann zu.

„Wir wollen mit einem Kerbstück in Bild und Ton Gutes tun“, beschreibt das Trio seine Motivation. Der Verkaufserlös geht an die Stiftung Rödermark. Die Nachfolgerin der mehr als 500 Jahre alten Ober-Rodener Spendung unterstützt Selbsthilfegruppen aus dem Sozial- oder Gesundheitsbereich sowie Menschen in Not, die durch alle Behördenraster fallen.

Den Fans von „Orwisch Finest“ mag der Text des „Rödermark-Liedes“ vielleicht ein wenig heimatselig sein, die Ober-Röder Sechziger-Jahre-Showband „Oder so?!“ hätte die Melodie um ein paar Takte beschleunigt. Aber die DVD-Macher haben ohnehin das gesetztere Publikum im Auge. Und den ersten Verkaufserfolg können Willi Dreher, Franz Kern und Josef Murmann schon vermelden: Unbesehen hat das Rödermärker Busunternehmen „Schau ins Land“ fünf DVD’s bestellt. Sie sollen bei Reisenden das Heimweh kurieren...

Quelle: op-online.de

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