Anfangs nur heimlich gemalt

Herbstfarben im Spätwinter - Trudi Richter zwischen ihren in lebhaften Farben gemalten Bildern. Foto: Ziesecke

Ober-Roden - (chz) Viele Ober-Röder kennen Trudi Richter wohl nur von den kleinen Bildern, die sie bei Basaren zugunsten karitativer Zwecke verkauft. Wer die Künstlerin von einigen ihrer vielen Facetten kennen lernen möchte, kann noch bis zum 3. April im Parkhotel im Rollwald Gelegenheit dazu.

Mit der Neu-Isenburger Fotografin Patricia Waage stellt sie Malereien, Zeichnungen und Aquarelle aus, und auch für Hoteldirektorin Annette Zottmann ist dies das erste Mal, dass Fotografie und Malerei gemeinsam das Auge der Besucher erfreuen.

Die Ober-Röderin Trudi Richter (68) zeichnet und malt seit ihrer Jugendzeit. Gerne wollte sie Künstlerin werden, doch in den 50er Jahren, in denen Malfarben auch noch teuer waren, galt das beim Vater als „Spinnerei“. Sie wurde Bankkauffrau und malte trotzdem weiter, heimlich auf dem Dachboden. Nebenbei entwarf sie in der heimischen Strickerei Textilmuster. Nun „durfte“ sie auch öffentlich malen - sie lernte und vertiefte ihr Können, belegte Kurse von Aktzeichnen bis zu Stilleben.

Inzwischen hat ihr Hobby Konkurrenz bekommen: „Ich hab einfach keine Zeit, Kirchenchor, Seniorenkreis, Enkel und vieles mehr - es reicht ja kaum mehr zum Malen.“ Im Parkhotel ist eine breite Palette ihrer Bilder ausgestellt: Menschen fremder Länder, Afrika und Ägypten; Blumen und Gemüse aus heimischen Gefilden, Klatschmohn und Heckenrosen; Portraits nach Fotografien wie etwa das ausdrucksstarke Bildnis von Audrey Hepburn; und immer wieder Landschaften, farbenfroh im Herbst, kühl im Winter.

Von ihrer Mit-Ausstellerin Patricia Waage trennen Trudi Richter fast 30 Lebensjahre, doch - wie die Laudatorin, Kunsthistorikerin Susanne Jäger es formulierte - „die junge Häsin entdeckte Kunst von der alten Häsin“. Sie entdeckte dabei ihre Fähigkeiten und besuchte mit Trudi Richter Mal- und Zeichenkurse.

Quelle: op-online.de

Kommentare