Forellen am ersten Tag Mangelware

Ansturm auf Anglerfest

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Die heiß begehrten frisch gebackenen Forellen waren am Karfreitag rasch ausverkauft, doch die Gäste beim Fischessen änderten ihren Wunsch gerne auch noch auf Backfisch um.

Waldacker - Wer immer noch fürchtet, Deutsche essen zu viel Fleisch, der hätte am Wochenende beim Angelsportverein (ASV) Ober-Roden vorbeischauen sollen. Das Backfischessen bewies, dass zumindest die Rödermärker und ihre Nachbarn auf Wassergetier stehen.

Fisch ist angesagter denn je, und dafür nimmt man schon mal eine längere Radstrecke oder einen weiteren Fußweg - mangels nahem Parkplatz - in Kauf. An Karfreitag kamen so viele Gäste zum Angelsportverein, dass die Biergläser ausgingen, und auch die Forellen vom Grill schon kurz nach 12 Uhr Mittag ausverkauft waren. Was selbst Pressesprecher Günther Sölch verblüffte: „Wir waren diesmal optimistisch, was das Wetter betrifft, und haben bei der Bestellung etwas draufgelegt!“ Die Gäste befürchteten allerdings eher, dass der Vorstand sehr vorsichtig eingekauft hatte, wurden aber gleich vertröstet: „Morgen, am Samstag, gibt’s wieder frische Forellen. Dann könnt ihr ja alle wiederkommen!“ Und Backfisch und geräucherte Forellen mundeten ja auch ganz ausgezeichnet.

Vielleicht sollte der Vorstand auch mal überlegen, gleich vorne am Eulerweg oder gar neben dem Spargelstand an der Hauptstraße schon einen kleinen Kiosk aufzumachen, schlugen Gäste scherzhaft vor. So weit nämlich reichten auch diesmal wieder die parkenden Autos zurück.

Prall gefüllte Taschen

Glücklich, wer die lange Schlange vor den großen Bratpfannen hinter sich gelassen hatte und mit seinem Mittagsmahl sogar noch einen Platz gefunden hatte.

Damit ließen sich schon all jene Kunden abfangen, die mit prall gefüllten Taschen und Tüten oder mit Alufolienpäckchen den Heimweg antreten und zuhause ihren Backfisch verspeisen. Aber gerade das macht den Reiz beim ASV ja aus: Das längere In-der-Schlange-stehen zu den Hauptessenszeiten, der kleine Schwatz mit dem Nachbarn während des Wartens und die Vorfreude auf den morgens frisch gemachten Kartoffelsalat, die duftenden Pommes Frites und die leckeren Fischspezialitäten. Der stellvertretende Vorsitzende Leo Baal versicherte, dass die Warterei ein Zeichen der Qualität sei: „Wir könnten natürlich diesmal auch manches, was übrig bleibt, bis zum nächsten Termin am 1. Mai aufheben, aber wir haben ja auch unsere Ansprüche, an denen wir gemessen werden: Was auf den Teller kommt, ist frisch!“

In diesem Sinne: Am 1. Mai nach dem Maibaum-Stellen beim Club der Hundefreunde gleich weiter nur über die Straße zum ASV, denn dort wartet ab 10 Uhr die Maiforelle, und dann gibt’s hoffentlich genügend viele davon. Und ab 15 Uhr gibt’s auch noch Livemusik zum Fisch: Bis in den Abend hinein spielt eine Rockband für die Ausflügler, die den Tag der Arbeit am Rand von Waldacker feiern.

chz

Quelle: op-online.de

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