Bau einer Umgehungsstraße: Meinungen prallen aufeinander

Projekt „B486-G10-HE“ heiß diskutiert

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Wie viele Autos verkraften die Anwohner der Urberacher Ortsdurchfahrt?

Urberach - Die Freien Wähler haben den Bau einer Umgehungsstraße für Urberach gefordert und dies mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 begründet. Dort steht das Projekt in der Kategorie „Vordringlicher Bedarf“.

Die Meinungen darüber prallen sowohl im Netz als auch in Pressemitteilungen und E-Mails aufeinander. Die Projektbeschreibung „B486-G10-HE“ im Bundesverkehrswegeplan 2030 klingt fast wie ein Bauantrag für eine Urberacher Umgehungsstraße zwischen Ortsrand und „Bienengarten“. Das Bundesverkehrsministerium hat dort Kosten, Trassenführung, Länge und andere Details aufgelistet. Allerdings ohne Rücksprache mit Magistrat oder Parlament. Die Mehrheit fordert eine Entlastung der Urberacher Ortsdurchfahrt auf Kreis- und Landesstraßen über Messel und Eppertshausen, die sogenannte K-L-Trasse. Die Freien Wähler jedoch haben mit ihrem Antrag für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 6. Februar eine Diskussion vom Zaun gebrochen, die ihnen ebenso heftigen Beifall wie Widerspruch beschert.

„Eine Ortsumfahrung von Urberach wurde jahrzehntelang bekämpft. Heute haben wir unter den Folgen zu leiden. Das betrifft die Anwohner ebenso wie die Berufspendler. Statt diesen Fehler einzugestehen, wird weiter blockiert. Man könnte es ja noch nachvollziehen, wenn wenigstens der Ausbau des Radwegenetzes besser wäre oder eine zweigleisige S-Bahnanbindung“, schreibt buck auf www.op-online.de.

Karl Anton findet den Vorstoß gut und wirft folgende Frage auf: „Was ist aber mit Waldacker? Da staut es sich auch jeden Tag. Straße überqueren ist fast unmöglich, da man nur an den Ampelanlagen sicher rüber kommt. Aus den Straßen heraus fahren, wird zum Erlebnis und kann schon bis zu fünf Minuten dauern. Jeden Tag müssen die Schulkinder die Abgase der Fahrzeuge einatmen, während sie auf den Bus warten.“

Umgehungsstraßen-Gegnerin Franzi Alter spürt die Denkweise von US-Präsident Donald Trump bei den Freien Wählern: „Ist uns doch alles egal, was mit der Landschaft und den Tieren um uns herum geschieht, die auf zusammenhänge Naturräume angewiesen sind. Erst der Mensch, gell!“

„Die Ortsumfahrung zwischen „Bienengarten“ und Kinzigstraße wäre eine Katastrophe für alle Anwohner und für diejenigen, die dieses Gebiet als Naherholung nutzen. Und das sind nicht wenige“, mahnt „Yes!“. Und nanotone fordert: „Anstelle die letzten größeren Feld- und Wiesenflächen zu zerstören, sollte doch lieber die Bahnstrecke Dieburg-Urberach-Frankfurt zweigleisig zur S-Bahn“ ausgebaut werden.

Auch die AfD hat sich zu Wort gemeldet. Sie begrüßt die Initiative der FWR zur Verkehrsentlastung von Urberach und steht inhaltlich voll hinter dem Antrag zum Bau einer Umgehungsstraße entlang der vorgeschlagenen Trassenführung, schreibt der Rödermärker Ortsverbandsvorsitzende Jochen K. Roos. Seine Fraktion hatte einen nahezu identischen Antrag Ende 2017 im Kreistag gestellt, der von der Mehrheit abgelehnt wurde.

Bilder: Kerb in Urberach

Der langjährige CDU-Politiker Karl P. Sturm (93) betreibt Ursachenforschung weit in der Vergangenheit. Die heutige B 45 sei in den Siebzigerjahren als A 683 von Dieburg nach Hanau gebaut und erst 1980 zur Bundesstraße heruntergestuft worden. Schon damals habe es einen Abzweig Urberach gegeben, der westlich am Ort vorbei ungefähr am Umspannwerk wieder auf die B486 nach Offenthal führt. Sturm: „Damals vereitelte eine Gruppe „Y“ mit ihrem Häuptling Roland Kern, zusammen mit den SPD-Parlamentariern, die Verwirklichung dieser Umgehung. Als Notlösung erfand man die Ausfahrt auf die B486 über den Erdkautenweg wie sie heute noch existiert. Das wurde damals für „vorläufig“ erklärt!“ (lö)

Quelle: op-online.de

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