Anwohner sind genervt

Vorfahrts-Wirrwarr im Ortskern

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Eine der am häufigsten erwähnten Problemstellen im Ortskern ist die Rechts-vor-links-Regelung an der Einmündung der Heitkämperstraße auf die Frankfurter/Dieburger Straße - während die Ortsdurchfahrt davor und danach meist Vorfahrt hat.

Ober-Roden - Einen ersten Blick in ihre Auswertungen gewährte die Arbeitsgruppe des Stadtleitbildprojektes, das sich um einen lebenswerten Ortskern kümmert, im „Dinjerhof“. Verkehrsprobleme und Sicherheit waren die Themen.

Der Aufwand war riesig: Schließlich mussten die Organisatoren rund 140 Fragebögen mit über 190 Antwortmöglichkeiten und damit rund 25 000 Informationen über Exel-Tabellen auswerten und 130 weitere Kommentare zuordnen. In einem ersten Schritt haben sie die Rückläufe aufgelistet und die Darstellung und Präsentation der Ergebnisse erläutert; Bewertungen und Deutungen folgen später.

137 von 650 in Alt-Ober-Roden verteilte Fragebögen kamen bis Ende Juli zurück. Das sind mehr als 20 Prozent, was nach Ansicht der Leitbildgruppe eine gute Auswertungssicherheit garantiert. Menschen mittleren wie höheren Alters halten sich etwa die Waage; 92 Prozent sind Deutsche. Der erste Block bezog sich auf identitätsstiftende Gebäude. Darunter verstehen die Bürger primär Fachwerkhäuser, alte gepflegte Anwesen sowie die Umgebung der katholischen Kirche. 83 Prozent halten den Zustand der Gebäude im Ortskern für angemessen gepflegt; nur 14 Prozent sind der Meinung, dass dort großzügig verschönert werden muss.

Ober-Rodens Mitte stellt sich nach den jetzt gewonnenen Zahlen jünger als angenommen dar; die weitaus meisten Häuser entstanden ab dem frühen 20. Jahrhundert. 30 Prozent der Befragten möchten ihre Anwesen oder Wohnung renovieren, wobei die energetisch begründete Sanierung entgegen früheren Jahre viel an Reiz verloren hat.

Unübersichtliche Situation

Erste Antworten zur Verkehrsführung brachten deutliche und einhellige Aussagen. 60 Prozent der Befragten stufen die Situation in der Frankfurter/Dieburger Straße als unübersichtlich ein. Potenzielle Unfallschwerpunkte werden bei der Rechts-vor-Links-Regelung an der Einmündung Heitkämperstraße und Schulstraße befürchtet. 64 Prozent ist das Verkehrsaufkommen zu hoch; 26 Prozent sehen das nicht so. Mit 26 Nennungen lagen der Bahnübergang und seine langen Schließzeiten auf der Liste der Ärgernisse vorn. Bei den Seitenstraßen gelten vor allem Rilke-, Garten-, Ring- und Dockendorffstraße als zu hoch frequentiert; insgesamt sind jedoch 55 Prozent der Meinung, dass der Verkehr in den Nebenstraßen nicht zu hoch ist.

Ein ungewöhnlich deutliches Ergebnis gibt’s beim Sicherheitsgefühl der Ortskernbewohner. 85 Prozent fühlen sich sicher, nur 10 Prozent äußern ein mulmiges Gefühl, wobei dies überraschend eher die jüngeren Jahrgänge sind.

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Wie geht es weiter? Im Spätherbst gibt’s nicht nur die Verlosung der Eintrittskarten unter den Teilnehmern, sondern die restlichen Ergebnisse zu Parkraum, Wohnen, Wohnumfeld, Aufenthaltsqualität, Stadtbild, Finanzierungshilfen, Leerstände und manchem mehr.

Die Reaktion der knapp 40 Zuhörer im stilgerechten „Dinjerhof“ war nach dieser ersten Information minimal, denn die „Aufreger“ unter den Ergebnissen und vor allem deren Bewertung steht erst noch bevor. „Ich bin verwundert, dass keine Frage da sind, vor allem zum Thema Verkehr“, fasste Moderator Wilhelm Schöneberger zusammen und lud zur weiteren Mitarbeit ein: „Wir sind eine offene Projektgruppe, jeder wird rasch eingearbeitet sein.“ Kontakt gibt’s über Arno Mieth, arno.mieth@googlemail.com, oder über Ernst Schäck, s 06074 881196. J chz

Quelle: op-online.de

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