Apfelweinkultur der Urberacher pflegen

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Alfons Weckesser (links) und Martin Hofmann öffnen am Samstag und Sonntag wieder ihre „Orwischer Äppelwoi-Straußwertschaft“ in der Bachgasse.

Urberach - (chz) Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr und der überaus guten Apfelernte im Herbst pflegen Alfons Weckesser und Martin Hofmann samt Familien erneut die Apfelweinkultur Urberachs.

An Pfingsten öffnen sie wieder ihre „Orwischer Äppelwoi-Straußwertschaft“ in der Bachgasse 22: am 30. und 31. Mai jeweils von 16 bis 22 Uhr. Unsere Mitarbeiterin Christine Ziesecke sprach mit den beiden Freizeit-Gastronomen.

Warum gibt es wieder eine „Straußwertschaft“ in Urberach?

Weckesser: Grundsätzlich gehört der Äppelwoi genauso zu Orwisch wie das irdene Geschirr. Das bekannteste Zeugnis hierzu ist das Lied: „Orwischer Dippchen un Äppelwoi“. Auch das alte Urberacher Wappen ziert ja bekanntlich neben dem Mainzer Rad auch ein Krug. Und wir beide sind überzeugt, dass da einmal Äppelwoi drin war.

Hofmann: Auch, dass der Äppelwoi und damit auch die Straußwirtschaft, seit November 2007 dem Traubenwein per Verordnung des Hessischen Wirtschaftsministers gleichgestellt wurden, war uns Hobbykelterern Antrieb genug, eine Wirtschaft zu betreiben. Dazu kommt vor allem die sehr schöne Lage hier im Hof und der Scheune meines Freundes.

Der Apfelwein wird selbst gekeltert?

Weckesser: Ja. Wir, das heißt, außer uns noch Hugo Graf und Gilbert Rickert, unterhalten Streuobstwiesen mit überwiegend altem Apfelbestand hier in Urberach.

Hofmann: Noch ein Wort zu den Streuobstwiesen. Wir achten darauf, dass die Sortenvielfalt auf den Wiesen gegeben ist, so hat man auch eine gute Ernte. Trägt eine Sorte, wegen ungünstiger Witterung, einmal nicht so reichlich, können wir einfach ausweichen. Zudem möchten wir einen Beitrag leisten, dass alte Sorten erhalten bleiben. In unseren Breiten gab es einmal über 100 Apfelsorten. Die Äpfel sind nicht gespritzt, angefaulte Äpfel werden ausgesondert, dann werden sie gewaschen, gemahlen und ausgepresst. Apfelwein von hessischen Streuobstwiesen ist sozusagen biologisch einwandfrei.

Was wird sonst noch so geboten in der „Straußwertschaft“?

Weckesser: Wenn wir „Rodauschiffer“ (eine Mundart-Gesangsgruppe, Anmerkung der Redaktion) entsprechend motiviert sind, kann es durchaus sein, dass wir das eine oder andere Lied anstimmen. Wer uns sonst noch so besucht, kann ich heute noch nicht sagen. Im letzten Jahr hat Rainer Weisbecker einige Proben seines Könnens gezeigt. Dann war ja auch Uschi Heusel, die Cartoonistin aus Dietzenbach, unser Gast und Reiner Wagner, der mittlerweile ebenfalls in Dietzenbach ein eigenes Theater führt. Begrüßen können wir bestimmt den Cartoonisten und Äppelwoi-Freund Günter Henrich aus Seligenstadt.

Hofmann: Natürlich gibt es wieder hessische Gaumenfreuden neben dem Äppelwoi. Klassiker wie Rippchen mit Sauerkraut oder Handkäs mit Musik, die beliebte Apfelweinbratwurst und die ein oder andere Überraschung.

Wie schaffen Sie das alles?

Weckesser: Gut, wir beide sind die Hauptorganisatoren, aber ohne die Unterstützung unserer Familien und durch Apfelweinfreunde könnten wir das hier nicht leisten.

Hofmann: Wir haben ja noch unsere anderen beruflichen Verpflichtungen und unser Zeitkontingent ist auch begrenzt. Letztlich wollen wir unseren Spaß haben und freuen uns, wenn Menschen mit einem Fahrrad kommen, denen es hier gefällt.

Quelle: op-online.de

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