Die Demenzbetreuung ausbauen

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Heidemarie Wölflik und Erwin Gotta schwelgten in Erinnerungen über die AWO-Ferienfahrt.

Urberach (chz) - Ganz im Zeichen der intensiven Suche nach ehrenamtlichen Helfern für die Betreuung altersverwirrter Menschen stehen derzeit die Aktivitäten der Arbeiterwohlfahrt Rödermark (AWO).

Vor allem für die Montagsgruppe „Leuchtturm“ im Bürgertreff Waldacker sind Freiwillige immer noch dringend erwünscht. „Die Nachfrage nach Betreuung in unserer Gruppe steigt. Es wäre wichtig, einen zweiten Betreuungstag für Demenzkranke anzubieten. Es gibt auch einen Bedarf an Betreuung zu Hause. Ein Ausbau im häuslichen Bereich wäre wünschenswert, zumal diese Betreuung seit April 2009 auch durch die Pflegeversicherung anerkannt ist“, erläuterte Vorsitzende Marianne bei der Jahreshauptversammlung die Lage.

Den derzeit acht Besuchern im „Leuchtturm“ stehen acht Helferinnen mit spezieller Ausbildung zur Seite. Aber der Schlüssel müsstelaut Marianne Gräser mindestens doppelt so hoch sein, damit die AWO ihr Angebot ausweiten kann und sich die Arbeit auf noch mehr Schultern verteilt.

Ganztägige Fortbildung zum Thema „Herausforderung Demenz“

Im Juni hatten die „Leuchtturm“-Mitarbeiterinnen von Monika Czechowicz eine ganztägige Fortbildung zum Thema „Herausforderung Demenz“ erhalten, die vor allem auch bei neuen Aspekten an der Biographie der Menschen mit demeziellen Symptomen ansetzt. Doch auch der Umgang mit der eigenen Person - Stichwort: Hilfe für Helfer - wurde ausgiebig diskutiert.

Neben der Demenzgruppe bietet die AWO auch den Gesprächskreis für Betreuungspersonen an. Zudem wird der Besuchsdienst für alleinstehende Senioren des Ehrenamtsbüros der Stadt stark unterstützt: Seit Bestehen des Projekts werden dabei 21 Seniorinnen und Senioren von 20 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern besucht.

Mit Blumen verabschiedete der neu gewählte AWO-Vorstand Theo Fries aus seinen Reihen. Fries, der ist 81 Jahre alt ist, versprach aber, weiterhin dort zu helfen wo er gebraucht wird.

Einen weiteren Schwerpunkt hat die AWO Rödermark auf die Hausaufgabenbetreuung gesetzt: Begleitet durch Ingrid Krümmelbein erteilten sieben Helferinnen und Helfer neun Kindern knapp 240 Stunden Hilfe nach der Schule. Diese Einzelfallhilfen für benachteiligte Kinder erfolgen bei den Kindern zu Hause. Doch wer viel arbeitet, sollte sich auch etwas gönnen. Wie immer waren auch im zurückliegenden Jahr die Urlaubstage in Toblach/Südtirol mit Reise-Chef Günter Keller ein Highlight gewesen – zumindest für die 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit acht Tagesfahrten versorgte Waltraud Schimmel in den Sommermonaten die AWO-Mitglieder gut; in den Wintermonaten gibt’s statt dessen die regelmäßigen Treffen in der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ mit durchschnittlich 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Zufriedenheit mit dem Vorstand

Die Zufriedenheit mit dem Vorstand spiegelte sich auch bei den turnusmäßigen Wahlen wieder. Vorsitzende Marianne Gräser bekommt Rudolf Christ als neuen Stellvertreter zur Seite gestellt, weil sich Anke Wunderlich auf den Posten einer Beisitzerin zurückzieht. Sie steht wegen einer beruflichen Weiterbildung im kommenden Jahr nur eingeschränkt zur Verfügung. Nach vielen Jahren Mitarbeit aus dem Vorstand verabschiedet wurde Theo Fries: „Ich bin 81, jetzt ist es Zeit, dass ich aufhöre!“ Auch wenn Marianne Gräser das sehr bedauert, weil er „ein ganz rühriger und sehr kritischer Mensch ist, mit dem man sich gut auseinandersetzen kann.“

Theo Fries will aber weiter anpacken, wo immer Unterstützung vonnöten ist. Der neue Vorstand, der die derzeit 70 Mitglieder vertritt, ist für drei Jahre im Amt. Neben der Fortführung der laufenden Projekte wird die Mitgliederwerbung sowie der Aufbau einer Homepage verstärkt betrieben. Nächster Familiennachmittag ist voraussichtlich am 13. Oktober – dann wird auch die neue Reise vorgestellt.

Am Montag, 30. Juli, feiert jedoch erst einmal der „Leuchtturm“ sein Sommerfest im Bürgertreff. Willkommen ist jeder, der sich mit Demenz auseinandersetzen will oder muss.

Quelle: op-online.de

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