Asbest in Halle Urberach

Sanierung der Sporthalle vorläufig gestoppt

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Baustelle betreten verboten: Das gilt jetzt nicht nur für Sportler, Sänger und Musiker, sondern auch für Handwerker. Wegen zu hoher Asbestbelastung hat die Stadt die Brandschutz-Sanierung gestoppt und den großen Saal der Halle Urberach von innen hermetisch abgedichtet.

Urberach - Die Halle Urberach - genauer gesagt: die Sporthalle und die Umkleideräume - ist mit Asbest verschmutzt. Die Belastung überschreitet den Grenzwert um das Zehn- bis Elffache. Der Mini-Kindergarten „Rappelkiste“ und das Restaurant „Zagreb“ sind nicht betroffen.

Ein Ingenieur hatte die Frage nach einer Asbestbelastung aufgeworfen, als Handwerker in der knapp 40 Jahre alten Halle neue Leitungen für Strom und Heizung verlegten. Dabei hatten sie die Brandschutzplatten aus den siebziger Jahren von den Stützpfeilern entfernt, erläuterte Erster Stadtrat Alexander Sturm gestern. Fünf Luftmessungen und vier so genannte Abdruckproben bestätigten den Verdacht, dass bei den Arbeiten Asbest in die Halle gelangt war. Der Gutachter stellte eine „deutlich erhöhte Faserbelastung“, nämlich zehn- bis elfmal über dem Grenzwert, fest. Türen und alle anderen Öffnungen mussten quasi versiegelt werden, damit sich das Asbest nicht weiter verteilt.

Entwarnung gab der Fachmann laut Sturm für die „Rappelkiste“, das Lokal und den Mehrzweckraum: „kein Handlungsbedarf“. Hier liege die Belastung schon jetzt unter jenen 500 Fasern pro Kubikmeter Luft, die das Bayerische Umwelt-Landesamt als Ziel einer erfolgreichen Sanierung definiert. 100 bis 150 Asbestfasern schweben in jedem Kubikmeter Stadtluft außerhalb von Gebäuden.

Gefahrenherd fürs Erste abgegrenzt

Der Gefahrenherd ist also fürs Erste abgegrenzt. Doch wie geht es weiter? Sturm will Klarheit schaffen und hat einen zweiten Gutachter bestellt. Der untersucht - voraussichtlich ab der nächsten Woche - wo überall in der Halle Asbest verbaut wurde. Dann erst könne die Stadt über die Sanierung entscheiden. „Ich favorisiere die vollständige Entfernung des Materials“, machte Sturm deutlich, dass er von Übergangslösungen wie dem Versiegeln wenig hält. Wenn es um die Gesundheit der Hallennutzer und -besucher geht, darf die Stadt seiner Ansicht nach keine Kompromisse eingehen.

Die Kosten der Asbestsanierung stehen ebenso in den Sternen wie ihr Beginn. Fest steht allerdings, dass die Stadt dann mit dem Ober-Röder Architekturbüro Huther & Karawassilis zusammenarbeitet. Das habe große Erfahrung mit der Sanierung schadstoffbelasteter Gebäude. Mit dem bisherigen Architekten müsse die Stadt klären, warum die Asbestfrage nicht umfassend vor Baubeginn geklärt wurde, sagte Stadtrat Sturm.

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Quelle: op-online.de

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