Attacke auf Kirchenpavillon

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Pfarrer Jung kann nicht verstehen, dass Unbekannte aus purer Zerstörungswut die Gemeinde immer wieder schädigen. Die zwei geborstenen Scheiben zur Sakristei hat Küster Helmut Michel zugeklebt. Im Vordergrund: die Wurfgeschosse.

Waldacker (bp) ‐ Der zur Ober-Röder Nazariusgemeinde gehörende Kirchenpavillon in Waldacker steht einsam am idyllischen Waldrand. Die Frage, ob es einen friedlicheren Ort gibt als diesen, um Gottesdienst zu feiern, drängt sich auf.

Doch immer wieder beschädigen Rowdys diesen Frieden. Seit Monaten lassen sie ihre sinnlose Zerstörungswut an dem 1965 von Waldackerer Gemeindemitgliedern errichteten Kirchenbau aus. Am vergangenen Wochenende haben die Täter wieder zugeschlagen.

Mit Steinwürfen zertrümmerten die Unbekannten zwei Fensterscheiben an der im rückwärtigen Teil der Kapelle gelegenen Sakristei. Auch mehrere kunstvoll gestaltete Scheiben an der Gebäudefront nahmen Schaden. Pfarrer Elmar Jung schätzt die Reparaturkosten auf etwa 1.500 Euro. Erst im vergangenen Sommer hatte die Groß-Umstädter Kunstglaserei Münch die Fenster nach einem Anschlag repariert.

Jetzt überlegen der Pfarrer und die Gemeindemitglieder, ob sie die 22 in Blei gefassten Buntglasfenster mit bruchsicheren Scheiben aus Plexiglas sichern sollten. „Das wäre natürlich eine sehr große Investition“, sagt der Geistliche. Er ist wütend und verzweifelt darüber, dass Unbekannte aus purer Lust am Zerstören nun schon zum vierten Mal Schaden angerichtet haben.

Pfarrer Jung appelliert an Spaziergänger

Um potenziellen Einbrechern zu signalisieren, „dass hier nichts zu holen ist“, hat die Gemeinde an den Sakristeifenstern extra auf Vorhänge verzichtet. Jeder kann sehen, dass der Raum fast leer ist und am Schrank für die Gewänder, Kerzen und die anderen Sakralgegenstände sogar die Schlüssel stecken. Gesichert ist das Gebäude auch durch einen Scheinwerfer, dessen helles Licht abschrecken soll.

Das wirkt offenbar nicht. Pfarrer Jung appelliert deshalb an Spaziergänger, dass sie ein waches Auge haben auf den Pavillon. Auffälligkeiten könnten dem Pfarramt oder Helmut und Katharina Michel gemeldet werden. Sie pflegen die Kapelle seit Jahren. Obwohl dort nicht mehr - so wie früher - jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert wird, ist der Treffpunkt noch immer regelmäßig mit bis zu 100 Gästen gut besucht - zum Beispiel an Weihnachten und Ostern, bei den monatlichen Wortgottesfeiern oder an Himmelfahrt, wenn die Kolpingfamilie dort feiert.

Quelle: op-online.de

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