Rödermark Vorbild für Wiesbaden?

Auch die Leihstimmen helfen nicht

Rödermark - Die FDP hat bei der Landtagswahl von Leihstimmen profitiert wie keine andere Partei. Während ihr Direktkandidat René Rock (Seligenstadt) nur 352 Erststimmen erhielt, bekam die Partei zweieinhalb Mal so viele Zweitstimmen (837). Von Michael Löw

Die Landtagswahl hier nochmals im Überblick (Erststimme/Zweitstimme): CDU 50,1/44,9 Prozent; SPD 26,0/23,7 Prozent, FDP 2,4/5,7 Prozent; Grüne 10,7/12,4 Prozent; Linke 3,7/3,9 Prozent; AfD 4,0/4,5 Prozent. Einige Schlaglichter des Urnengangs, die allerdings keinen Anspruch erheben, repräsentativ zu sein.

- Die Euro-kritische Alternative für Deutschland war wie schon bei der zuerst ausgezählten Bundestagswahl von den Kleinen die Größte. Sie schnitt besser ab als Linke, Piraten oder Freie Wähler (FW). Die sind zwar mit zwei Abgeordneten in der Stadtverordnetenversammlung vertreten, doch das spielte bei der Frage Bouffier oder Schäfer-Gümbel offenbar keine Rolle. Mit einem Prozent lagen die FW auf einem extrem niedrigen Niveau.

- Erfreulich: Auf die rechtsextremen Sprüche und die bunten Hintern von NPD und Republikanern fielen nur 1,3 Prozent der Rödermärker Wähler rein.

- Die SPD hat sich von ihrem Tiefpunkt nach der Landtagswahl 2009 (16,2 Prozent Zweitstimmen) kräftig nach oben gearbeitet - auf 23,7 Prozent. Von den Werten, die die Partei auf Landesebene oder in anderen Kommunen erreicht, sind die Rödermärker Genossen aber noch weit entfernt. Immerhin kam ihr Direktkandidat Ralf Kunert in einem Urberacher Bezirk, dem „25er“, bis auch acht Stimmen an seinen CDU-Konkurrenten Frank Lortz heran: 161:169.

- Der Landtagsvizepräsident aus Froschhausen beziehungsweise seine Partei lagen aber in allen anderen Stimmbezirken vorn - oft mit einem satten Vorsprung.

- Die Grünen schnitten in Rödermark (12,4 Prozent der Zweitstimmen) etwas besser ab als ihre Parteifreunde im Land. Offensichtlich profitierten sie davon, dass die AL hier mit Roland Kern den Bürgermeister stellt und mit der CDU eine weitgehend reibungslos zusammenarbeitende schwarz-grüne Koalition führt. Vielleicht können Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir mal ihre Rödermärker Parteifreunde fragen, wie man jahrzehntelang gehegte Feindschaften in eine konstruktive Partnerschaft verwandeln kann.

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- Ein paar Sätze noch zum Ablauf: Die neuen Wahllokale TCO-Halle, Kelterscheune und „Schiller-Haus“ haben sich nach Auskunft des stellvertretenden Ordnungsamtsleiters Stephan Brockmann im Großen und Ganzen bewährt. In der Kelterscheune war’s zwar recht eng. Doch das, so Erster Stadtrat Jörg Rotter, sei Wählern aus dem „Bienengarten“ lieber gewesen als der weite Weg zur geräumigeren Berufsakademie.

Quelle: op-online.de

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