Auch der letzte Zivi ist jetzt weg

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Dennis Gehrke wurde an seinem letzten Arbeitstag im Altenpflegeheim Haus Morija mit einem Orden verabschiedet.

Ober-Roden (chz) - „Der Letzte seiner Art“ - mit diesem Orden wurde Zivildienstleistender Dennis Gehrke (19) im Altenpflegeheim Haus Morija verabschiedet. Denn er ist ein Auslaufmodell.

20 Jahre lang hatten die Christusträger-Schwestern die Hilfe von Zivildienstleistenden in Anspruch genommen, teilweise bis zu sechs davon gleichzeitig – damit ist nun Schluss.

„Er war unser Letzter, hat uns bei der Betreuung geholfen, Besorgungen und Fahrdienste erledigt; manche Zivis kamen auch in die Pflege, wenn sie das wollten und sich auf dem Gebiet weiter ausgebildet haben“, beschrieb Leiterin Schwester Dorothea Lakowitz Aufgabe, die künftig andere erledigen müssen.

Ab 1. September wird ein Mitarbeiter im Freiwilligen sozialen Jahr im Haus Dienst tun. Eine lange Pause ist’s bis dahin, und auch FSJler werden selten. „Ein echter Verlust, die Zivis“, trauert Schwester Dorothea. „Wir waren zwar nie so abhängig von ihnen wie etwa die ambulanten Dienste, aber es wird immer wieder die Frage auftauchen: ‚Wen schicken wir denn jetzt?’“

Wichtige Erfahrungen beim Zivildienst gemacht

„Die Erfahrungen waren sehr wichtig für mich. Die hätte ich nie im Leben gemacht, wenn ich nicht nach meinem Fachabitur Zivi hierher gekommen wäre“, bekannte Dennis Gehrke nach seiner kurzen Dienstzeit von sechs Monaten.

Auch die NABU-Gruppe Rödermark verabschiedet mit Jannik von der Lühe und Matthias Münchhalfen am 15. April ihre letzten Zivildienstleistenden. Die beiden hatten die Möglichkeit genutzt, in der Übergangsphase vom neunmonatigen auf den sechsmonatigen Dienst ihre Zeit freiwillig zu verlängern.

Bei der Stadt hat mit Jan Piller im Januar schon der letzte Zivi den Fachbereich Jugend verlassen. Nun ist Christian Daum (Soziale Dienste) der letzte der Mohikaner: Er hat gerade zum zweiten und letztmöglichen Mal seine Zivildienstzeit verlängert, da sein duales Studium der Wirtschaftsinformatik an der FH Darmstadt und beim Textilmaschinenspezialisten Mayer in Obertshausen erst im Sommer beginnt. Am 30. Juni ist dann endgültig „Zapfenstreich“; mit dem Ende der Wehrpflicht verliert auch der Wehrersatzdienst seinen Sinn.

Quelle: op-online.de

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