Aufwertung des Ortskerns „verpennt“

Rödermark - (bp) In einer öffentlichen Sondersitzung wird sich das Parlament morgen ab 19.30 Uhr im Mehrzweckraum der Halle Urberach mit den Konjunkturprogrammen von Land und Bund befassen. Unterdessen fordert die SPD-Fraktion, bei Realisierung der Programme, insbesondere den „heimischen Mittelstand“ zu berücksichtigen.

Durch die zusätzlichen Investitionen müssten die örtlichen Betriebe gestärkt sowie Arbeitsplätze und Einkommen gesichert werden.

Fraktionschef Armin Lauer begrüßt in diesem Zusammenhang die zeitlich begrenzte Lockerung des Vergaberechts. „Nur so können ohne weitere bürokratische Hemmnisse die notwendigen Aufträge erteilt werden.“

Wohin sollen die Millionen fließen? SPD-Fraktionsgeschäftsführer Norbert Schultheis sagt, für Entscheidungen mit Folgelasten bei Betriebs- und Unterhaltungskosten sei angesichts der derzeitigen Haushaltssituation „kein Spielraum mehr“. Notwendigen energetischen Sanierungsarbeiten an stadteigenen Gebäuden werde sich die SPD aber nicht verschließen. Schließlich schonten diese die Umwelt und letztlich den Geldbeutel. Auch bei der Weiterentwicklung des Ortskerns Ober-Roden werde sich die SPD-Fraktion „mit wirtschaftlich sinnvollen Vorschlägen auseinander setzen“.

Zum Thema Ortskern äußert sich auch die Andere Liste (AL) in einer Stellungnahme. Als „vollkommen unangebracht“ bezeichnet der AL-Vorsitzende Eckhard von der Lühe die CDU-Kritik an der noch nicht vorliegenden beschlussreifen Planung für die Ortskernsanierung. „Gerade die CDU sollte sich zurückhalten, denn sie hat in den letzten 30 Jahren überwiegender Alleinherrschaft die Ortskernpflege nicht nur verpennt, sondern entsprechende Initiativen der AL sogar blockiert.“Jeder Ober-Röder wisse, dass der Vorwurf gegen den Bürgermeister „ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver von der eigenen Untätigkeit“ sei und wieder einmal nur darauf abziele, Bürgermeister Roland Kern „in unqualifizierter Weise zu attackieren“. Die CDU-Kritik sei auch ein Schlag ins Gesicht der unter Vorsitz des Bürgermeisters tagenden Mitglieder in der Ortskernkommission, die sich zur Zeit mit viel Leidenschaft und Herzblut über die Zukunft Ober-Rodens Gedanken machten.

In der Nachbarstadt Babenhausen habe die Altstadtsanierung fast 20 Jahre gedauert. Bevor irgendwelche Plätze oder Straßen aufgepflastert werden, sei es notwendig, zweifelsfrei festzustellen, in welchem Zustand sich Abwasserkanäle, Trinkwasserleitungen, Stromkabel oder Telefondrähte darunter sind. Sonst müsse man unter Umständen in einigen Jahren die Plätze und Straßen wieder aufreißen. Der CDU empfiehlt von der Lühe anzuerkennen, dass es nicht möglich ist, die Versäumnisse der letzten 30 Jahre in ein oder zwei Jahren aufzuholen. Es gelte zunächst einmal, die vielen unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen von Bürgern, Geschäftsleuten, Stadtplanern und Politikern unter einen Hut zu bekommen. Schnellschüsse und unberechtigtes Wehklagen à la CDU seien da wenig hilfreich.

Außerdem - und dies verschweige die CDU „wissentlich“ - habe die im Dezernat des Bürgermeisters befindliche Bauverwaltung ausreichende Planskizzen und Kostendaten für die städtische Investitionsliste geliefert, so dass sehr wohl noch in diesem Jahr mit ersten Arbeiten zur Verschönerung und Neugestaltung von Marktplatz und Kirchenvorplatz begonnen werden könne.

Quelle: op-online.de

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