Ein Auge verloren, das Glück gefunden

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Herta und Georg Graf feiern Diamantene Hochzeit.

Ober-Roden - (chz) Jedes Arge hat auch sein Gutes - wohl kaum je hat diese Redensart so zugetroffen wie bei Herta und Georg Graf, die bei guter Gesundheit dankbar ihre Diamantene Hochzeit feiern.

Durch eine schwere Kriegsverletzung, bei der er ein Auge verlor, wurde der gebürtige Ober-Röder von der russischen Front direkt nach Berlin versetzt - in eine Küche, die von der Mutter seiner späteren Frau Herta betrieben wurde. „Alle dachten immer, er würde meine älteste Schwester nehmen, aber er hat doch mich genommen“, strahlt verschmitzt die heute 83-jährige Diamantbraut.

So mischte sich Ober-Röder Blut mit deutschem Osten, und gemeinsam ließ sich das Paar nach seiner Gefangenschaft und einer abenteuerlichen Flucht als Bäcker in der Dockendorfstraße nieder. Nach 30 Jahren musste die Bäckerei aus gesundheitlichen Gründen geschlossen werden, und Georg Graf arbeitete im Sägewerk Gotta Söhne weiter, während seine Ehefrau die Fäden nicht nur in der großen Familie in der Hand hielt: „Ich war ja schließlich noch mit zwei Vereinen verheiratet“, gesteht Georg Graf wie selbstverständlich.

Beim 1. FC Germania Ober-Roden ist er seit 73 Jahren Mitglied und seit 15 Jahren Ehrenmitglied; beim Schützenverein Diana ist er Mitgründer und ebenfalls Ehrenmitglied. In beiden Vereinen machte er fast 40 Jahre Vorstandsarbeit. 1980 leitete er den Organisationsausschuss für das große Stadtfest. Das alles brachte ihm den Ehrenbrief des Landes Hessen und die Verdienstplakette der Stadt Rödermark ein. Geistig fit und gut unterrichtet sind die Beiden, die heute noch sehr liebevoll miteinander umgehen, allemal - lesen sie doch seit über 50 Jahren die „OFFENBACH-POST“.

Für Nachwuchs haben die Grafs auch gesorgt: drei Kinder, drei Enkel und inzwischen schon die Urenkel Julia (7) und Niklas (3) beleben immer wieder mal das Haus am Breidertring, in dem heute drei Generationen beieinander leben.

Nachdem am Donnerstag, dem eigentlichen Hochzeitstag, nur im kleinen Kreis angestoßen wurde, feiern die Jubilare morgen ihr Fest mit einem Dankgottesdienst in der Kirche St. Nazarius.

Quelle: op-online.de

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