Rödermark

Auf Augenhöhe mit Hochschulen

+

Urberach - (lö) Die Berufsakademie Rhein-Main darf künftig Bachelor-Abschlüsse verleihen und sucht Grundstück für eine Erweiterung.

Die Berufsakademie Rhein-Main(BA) darf künftig Bachelor-Abschlüsse verleihen. Ihre Absolventen sind damit Hochschulabgängern gleich gestellt. „Wir haben ein Qualitätssiegel bekommen“, freute sich BA-Leiter Bernd Albrecht gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit dem Titel eines Bachelors beenden alle Studenten, die nach Oktober 2008 ihre Ausbildung begonnen haben oder beginnen werden, das Studium.

Hoch zufrieden ist Albrecht nicht nur mit der Tatsache, dass ein langes Anerkennungsverfahren ein positives Ende gefunden hat, sondern auch mit den Begleitumständen: Die vom Hessischen Wissenschaftsministeriumbeauftragte Akkreditierungs-Agentur habe der BA „vorbildliche Studienbedingungen“ bescheinigt und ihr den Bachelor ohne Auflagen genehmigt. Der breit gefächerte Branchenmix sei ein „Mehrwert für die Studenten“. An der BA bilden 119 Firmen vom Ober-Rodener Steuerberater bis hin zu Großbanken wie Dresdner oder Commerzbank Fach- und Führungskräfte aus. 47 Partnerunternehmen kommen aus dem Kreis Offenbach, ein Dutzend wie beispielsweise die CeoTronics AG, Videortechnical oder elta aus Rödermark.

Abgeschlossen sei auch die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH (gGmbh). Mit dieser neuen Rechtsform hat die BA Anspruch auf einen Landeszuschuss von 1 000 Euro pro Student und Jahr. Das gilt laut Albrecht auch für die 103 „Neuen“, die seit Oktober in Urberach BWL und Wirtschaftsinformatik studieren. „Wir sind den richtigen Weg gegangen, auch wenn er mitunter holprig war“, blickt der Akademieleiter auf den politischen Streit über die neue Rechtsform zurück. Die SPD hatte den Verlust der städtischen Einlage von 600 000 Euro befürchtet.

Ins Krisenjahr 2009 geht Albrecht vorsichtig optimistisch. Gerade die größeren Partner hätten signalisiert, dass sie bei der Ausbildung keine Abstriche machen wollten. Diesen Fehler vergangener Konjunkturflauten wolle man nicht wiederholen - heißt es zumindest derzeit aus den Chefetagen. Gleichzeitig will die BA, die jetzt schon Hessens größte Berufsakademie ist, ihr Angebot erweitern. Albrecht könnte sich Studiengänge für Wirtschaftsingenieure oder -rechtler und Mediendesigner vorstellen, aber auch ein berufsbegleitendes Studium für Erzieherinnen.

Schon jetzt ist an der BA jeder Raum teils mehrfach belegt, spätestens nach der Einrichtung eines weiteren Studienganges wird‘s dort richtig eng. Albrecht will deshalb zusammen mit dem BA-Aufsichtsrat noch 2009 die Weichen für einen Erweiterungsbau stellen. Würden im Lauf der nächsten Monate Finanzierung und Standortfrage geklärt, könnten 2010 die Handwerker anrücken.

Albrecht favorisiert ein Grundstück, das die Stadt der BA auf Erbpachtbasis überlässt, und eine kostensparende Modulbauweise. Am liebsten würde der Akademieleiter das Gelände des ehemaligen JUZ dazunehmen.

Quelle: op-online.de

Kommentare