Mehr Risiken als Chancen

Zweifel am Ausbau der Dreieichbahn

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Die Nutzerinitiative Dreieichbahn hält den Ausbau der Dreieichbahn zur S-Bahn für problematisch. Der Bau eines zweiten Gleises in dicht besiedelten Orten birgt ihrer Ansicht nach erhebliches Konfliktpotenzial.

Rödermark - Der Ausbau der Dreieich- zur S-Bahn ist der Nutzerinitiative Dreieichbahn eine Nummer zu groß. Von Michael Löw 

Der Vorstoß der Städte Dreieich und Rödermark setzt ihrer Ansicht nach am falschen Punkt an, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur Steigerung der Betriebsqualität seien die bessere Lösung. Stadtverordnete und Magistrat aus Dreieich und Rödermark wollen die Bahnverbindung zwischen Buchschlag und Dieburg aufwerten und auch Eppertshausen, Münster und Dieburg für die langfristig angelegten Ausbaupläne gewinnen. „Wir stimmen unser Vorgehen mit allen Anliegerkommunen ab“, sagte Bürgermeister Roland Kern gegenüber unserer Zeitung.

Die Nutzerinitiative sieht aber deutlich mehr Risiken als Chancen. An erster Stelle stehen die Kosten: Die Diskussion um den neuen Bundesverkehrswegeplan habe gezeigt, wie wenig Geld für neue Bahnverbindungen zur Verfügung steht. Teuer und und immer mit dem Risiko gerichtlicher Auseinandersetzungen behaftet ist der Kauf von Grundstücken für den zweigleisigen Ausbau - zumal die Strecke durch dicht besiedelte Orte führt.

Die Nutzerinitiative bezweifelt zudem, ob zwei Gleise zwischen Buchschlag und Dieburg wirklich nötig sind. Angesichts der Fahrgastzahlen (Rund 6000 am Tag, schätzen die Fachleute. Denn der Rhein-Main-Verkehrsverbund veröffentlicht keine Zahlen.) sei auf der Dreieichbahn nur ein Halbstundentakt in der Normalzeit und ein Viertelstundentakt im Berufsverkehr realistisch. Und dafür reiche ein Gleis.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Eine Elektrifizierung bis nach Dieburg bietet nach Ansicht der Nutzerinitiative viele Vorteile. Elektrisch angetriebene Züge beschleunigen besser als dieselbetriebene - das erhöhre die Pünktlichkeit. Zudem sind sie leiser und umweltfreundlicher.

Elektrifizierung heißt aber nicht zwangsläufig Bau von Oberleitungen, denn auch dafür ist ein Planfeststellungsverfahren nötig. Und teuer ist"s auch. Die Nutzerinitiative schlägt den Einsatz von Zügen mit Hightech-Batterien vor: Auf Strecken mit Oberleitung holen sie sich ihre Energie von dort. Der Strom lädt zugleich die Batterien auf, mit denen die Züge auf nicht elektrifizierten Strecken fahren. „Nach ersten Kalkulationen halten wir diese Technik auf der Dreieichbahn für technisch und wirtschaftlich machbar“, erklärt die Nutzerinitiative.

Quelle: op-online.de

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