Ausbau der Feuerwache Ober-Roden

Alle wollen der Wehr helfen

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Düstere Wolken über der Feuerwache Ober-Roden spiegeln die Lage der Feuerwehr. Die Einsatzstärke zu halten, wird immer schwieriger. Jetzt gibt es Pläne, wenigstens das Gebäude den aktuellen Erfordernissen anzupassen.

Rödermark - Die Rödermärker Politik ist sich über Parteigrenzen hinweg einig, dass zur Sicherung der Mannschaftsstärke der Stadtteilfeuerwehren etwas getan werden muss. Schon gibt es Pläne zur Erweiterung des Stützpunkts Ober-Roden für etwa 1,4 Millionen Euro.

Wann dort in mehreren Schritten umgebaut werden kann, ist aber offen. Die Tageseinsatzstärke wird für Freiwillige Feuerwehren immer mehr zum Problem. „Realistisch gesehen habe ich tagsüber in Ober-Roden 18, in Urberach oft nur vier bis fünf Kräfte für den Erstangriff zur Verfügung“, spricht Stadtbrandinspektor Herbert Weber Klartext. Bei den Kommunalen Betrieben ist es zwar gelungen, zwei neue Interessenten anzuwerben, teilt Erster Stadtrat Jörg Rotter mit. Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wenigstens gibt es Pläne zur Erweiterung der Wache in Ober-Roden. Am Donnerstagabend waren sie Thema im Haupt- und Finanzausschuss. Demnach müsste die Stadt bis 30. August Baukostenzuschüsse beim Land beantragen, um das Geld dann eventuell 2015 für einen ersten Bauabschnitt zu bekommen. Auch für die Feuerwehr Urberach existieren Umbaupläne.

Umstrukturierung bestehender Räume

In Ober-Roden soll die Wehr 600 Quadratmeter Fläche durch Anbauten gewinnen und weitere 400 Quadratmeter durch eine Umstrukturierung bestehender Räume. Hinzu kommen zum Beispiel neue Umkleiden und Duschen für die Frauen, ein Unterrichtsraum für die Jugend, neue Büros für den Stadtbrandinspektor und den Wehrführer sowie Lagerflächen. Im Haupt- und Finanzausschuss rollten Vertreter verschiedener Fraktionen und der Magistrat die Ausgangsposition für die Feuerwehr nochmals auf. Erster Stadtrat Jörg Rotter teilte mit, in den Wirtschaftsplan der Kommunalen Betriebe seien für dieses Jahr 250.000 Euro Planungs- und Baukosten für die Feuerwachen eingestellt worden. Die Stadt sei aber abhängig von Landeszuschüssen. Michael Spieß forderte für die CDU, es sei endlich an der Zeit, bessere Bedingungen für die Brandschützer zu schaffen. Es könne nicht sein, dass die Zehn-Minuten-Einsatzbereitschaft und eine ausreichende Mannschaftsstärke von drei Schülern abhängig seien. Zumal diese Schüler die Wehr im Sommer nach dem Abitur verlassen. Die Situation werde seit Jahren schlechter. Fraktionsvorsitzender Michael Gensert sprach mit Hinweis auf Duschen und Sanitärräume im Stützpunkt Urberach von einem „erbärmlichen Zustand“.

SPD-Fraktionschef Armin Lauer merkte selbstkritisch an, die Politik habe sich mit dem infrastrukturellen und personellen Problem der Wehr bisher „zu wenig befasst“. Er warf die Frage auf, ob die Stadt für Schäden in Haftung genommen werden könne, die bei Bränden entstehen, weil die Feuerwehr nicht in der Lage war, die Zehn-Minuten-Einsatzfrist einzuhalten. Lauer appellierte, jetzt „nicht rumzuplappern“, sondern die Lage zu verbessern. Nicht sofort, aber schrittweise ab 2015.

Freiwillige Feuerwehr feiert Geburtstag

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Bürgermeister Roland Kern relativierte diese Einschätzungen. Er wies darauf hin, dass in den vergangenen Jahren sehr wohl etwas für die Feuerwehr getan worden sei. „Wir haben den Brandschutzbedarfsentwicklungsplan 2010 nicht nur beschlossen, sondern wir arbeiten ihn ab.“ Seither seien zum Beispiel drei Fahrzeuge für die Wehr angeschafft worden. Auch derzeit gebe es wieder Gespräche mit dem Regierungspräsidium über den Ersatz eines alten Fahrzeugs für 350 000 Euro. Die Gespräche verliefen positiv, „auch wenn wir nominell dabei unsere Kreditlinie überschreiten“. Natürlich gebe es in den Feuerwachen Defizite. Die seien aber bekannt. Seit 2011 würden bauliche Erweiterungen mit der Feuerwehr abgestimmt. Diese seien im Oktober 2013 im Magistrat beraten und nun im Ausschuss vorgestellt worden.

Die schon seit Jahren gewünschte Aufstockung des hauptamtlichen Personals sei derzeit nicht finanzierbar. „Aber wir sind auf dem Weg der Mängelbehebung.“ Man solle sich nun „in der Wortwahl bitte nicht überrunden“. Die Situation des Einsatzpersonals könne als „zufriedenstellend“ bezeichnet werden. Eine „dramatisch zugespitzte Situation“ liege nicht vor. Zur Haftungsfrage sagte Kern, es gebe keine Entscheidung, auf die in dieser Frage verwiesen werden könnte. Die Zehn-Minuten-Frist sei wohl eher eine „Orientierungsgröße“ und könne keine Haftung begründen.

Übung in der Feuerhölle

(bp)

Quelle: op-online.de

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