Ausschuss soll Bahnhofskauf untersuchen

Rödermark (lö) - Einstimmig setzte die Stadtverordnetenversammlung am Montagabend einen Akteneinsichtsausschuss ein, der die Pannenserie beim und nach dem Kauf des Ober-Röder Bahnhofs aufarbeiten soll.

SPD, FDP und Freie Wähler (FWR) hatten in ihrem ersten gewichtigen Oppositionsantrag die Aufklärung verlangt, die sie bislang von Bürgermeister Roland Kern vermissen.

Dem neuen Ausschuss gehören elf Parlamentarier an: vier von der CDU, drei von der AL, zwei von der SPD und je einer von FDP und FWR. Den Vorsitz soll Gerhard Schickel (AL) übernehmen. Der Ausschuss soll die Konsequenzen der Kaufverträge zwischen Stadt und Bahn beleuchten. Der Weiterverkauf an die Ober-Röder Steuerberatungsgesellschaft ConTrust bleibt außen vor.

„Ein Trauerspiel, das sich seit nunmehr über vier Jahre hinzieht“

„Das ist ein Trauerspiel, das sich seit nunmehr über vier Jahre hinzieht“, kritisierte der FDP-Fraktionsvorsitzende Tobias Kruger. Kaum hatte die Stadt den Bahnhof für 400.000 Euro erworben, habe der Magistrat quasi im Schweinsgalopp zwei Interessenten - ConTrust und die Fitnessstudiokette „Killersports“ - durchs Bewerbungsverfahren gehetzt. Kruger: „Da wurde ein Handlungsdruck aufgebaut, der nicht gerechtfertigt war.“

Bei diesem Tempo, so die drei Oppositionsfraktionen, sei die Sorgfalt auf der Strecke geblieben. Daher sah sich die Stadt Mietverträgen, Wegerechten, Grundbuchlasten und unverzichtbaren Elektroleitungen gegenüber. Bis heute sei Bürgermeister Kern die Antwort schuldig geblieben, was das koste und ob Käufer ConTrust wegen der ständigen Verzögerungen Regress von der Stadt fordern könne.

Stefan Gerl (AL) signalisierte die Zustimmung der schwarz-grünen Mehrheit, wies aber darauf hin, dass auch das städtische Rechnungsprüfungsamt das Grundstücksgeschäft hätte untersuchen können. Viel Aufklärungsarbeit traut er dem Akteneinsichtsausschuss offenbar nicht zu: „Wir gehen davon aus, dass wir nachher so schlau sind wie zuvor.“

Quelle: op-online.de

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