Zum Ausweichen ab in die Rinne

Ober-Roden - (lö) Bis Dezember muss die Stadt die Umbauarbeiten für die Ortsdurchfahrt Ober-Roden vergeben, sonst bekommt sie kein Geld aus dem Konjunkturpaket. Der Magistrat kalkuliert mit rund 800 000 Euro.

Obwohl das Jahresende noch weit weg erscheint, ist der Zeitrahmen laut Bürgermeister Roland Kern äußerst knapp bemessen, denn zahlreiche Details müssen in den kommenden Wochen geklärt werden. Am Montag will das Planungsbüro Begher einen Entwurf im Magistrat vorstellen, in den es Änderungswünsche aus Politik und Gewerbe eingearbeitet hat.

Ober-Rodens Mitte zwischen Trinkbrunnenstraße und Marktplatz nimmt also zumindest auf dem Papier langsam Gestalt an:

1. Die Schulstraße wird entgegen erster Überlegungen nun doch nicht zur Sparkasse hin verschwenkt. Die Einfahrten der Geschäfte und Wohnhäuser wären dann nämlich nur über den neu gestalteten Marktplatz zu erreichen. Und der soll autofrei bleiben.

2. Die Stadt verzichtet auf pseudo-historisches Kopfsteinpflaster, das Rollstuhlfahrern, Rollatorbenutzern und Gehbehinderten ein zügiges Vorankommen erschwert. Stattdessen wird verschieden farbig, aber mit glatter Oberfläche gepflastert.

3. Die neue Frankfurter Straße ist sechs Meter breit. Die eigentliche Fahrbahn misst nach dem Umbau fünf Meter. Eine 50-Zentimeter-Rinne aus Natursteinen links und rechts bietet Bussen und Lastwagen bei Gegenverkehr Platz zum Ausweichen.

4. Nach dem Umbau gilt auf dem gesamten Teilstück Tempo 30.

5. Rathaus-, Kirch- und Marktplatz werden mit Aufpflasterungen zur Straße hin erweitert.

Bürgermeister Roland Kern will bei der weiteren Planung den Kerbverein in die Pflicht nehmen. Der soll sagen, welche Karussells, Stände und Zelte wie viel Quadratmeter Stellfläche benötigen. Klar sei aber auch, dass die Stadt die Frankfurter Straße nicht „um die Kerb herum baut“.

Die CDU/FDP-Koalition will den zusätzlichen Parkplatz hinter dem Zehnthof, den das Planungsbüro Begher angeregt hat, auf jeden Fall bauen. Der Einzelhandel fordere vehement Parkraum für seine motorisierten Kunden. CDU und FDP wollen darüber hinaus prüfen, ob eine Bewirtschaftung des neuen Parkplatzes sinnvoll ist - sprich: Kann die Stadt Gebühren verlangen?

Quelle: op-online.de

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