Vanessa Rot erzeugt auch ohne Gewaltorgien Spannung

Autorin sanfter Krimis schreibt für Frauen

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Die Ober-Röder Autorin Jenny Roters hat unter ihrem Pseudonym Verena Rot die vierbändige Reihe der Krimis rund um die Hotelmanagerin Apollonia abgeschlossen und arbeitet bereits an neuen Zielen.

Ober-Roden - Ober-Roden ist ein gutes Pflaster für Frauen, die unter einem Pseudonym spannende Literatur schreiben. Dana Graham hat als Autorin von Phantasieromanen eine ebenso große wie treue Fangemeinde. Von Christine Ziesecke 

Melisa Schwermer bevorzugt die härtere Gangart - sprich Mord und Totschlag. Sanftere Krimis sind dagegen das Genré, in dem sich Verena Rot tummelt. Vor zwei Jahren hat die OFFENBACH-POST die Ober-Röderin Jenny Roters, Krimifreunden besser unter ihrem Pseudonym Verena Rot bekannt, vorgestellt. Damals erschien der dritte Band ihrer Reihe rund um die Hotelmanagerin und unfreiwillige Kriminologin Apollonia. Nun ist Buch Nummer vier da, „Apollonia – Insel der Wahrheit“, und damit ist ihre erste kleine Serie von Cosy-Krimis vollständig. Darunter versteht man Kriminalromane, bei denen das Blut nicht zwangsläufig aus den Seiten tropft.

„Es hat sich aufgrund privater Turbulenzen etwas verzögert“, erzählt die verheiratete frühere Sachbearbeiterin einer Krankenkasse, Fernstudiumsabsolventin und Mutter zweier Töchter, die mit ihren Romanen vor allem weibliche Leser erreicht hat. Doch sie sammelt und sortiert schon für eine zweite Reihe von Cosy-Krimis, deren Protagonistin, Mitte 30, nichts mit Apollonia zu tun hat. Die Hauptperson: Clementine von Finkenberg. Sie ist neu in einen kleinen Ort zugezogen und hat einen Bruder bei der Polizei.

Wie geht Jenny Roters ein neues Projekt an? „Ich habe an der Pinwand wieder unzählige Merkzettel und einen Zeitstrahl hängen und natürlich einen Zettelkasten. Die Biographien der Darsteller füllen sich; deren Stammbaum ist aber noch in der Recherche.“ Daran geht’s nun weiter. Doch da die sehr diszipliniert arbeitende Autorin immer mehrere Projekte braucht, hat sie auch gleich noch eine zweite Idee im Kopf und in der Schublade. Schon seit einem Irland-Urlaub 2003 wartet eine neue Reihe über einen irischen Inspektor. „Davon hab ich auch schon die ersten 60 Seiten geschafft!“ Das werden diesmal aber keine doch mehr „sanften“ Cosy-Krimis, sondern eine eher spannendere Reihe mit einem offenen Ende um einen Inspektor Foley, der Mordfälle bearbeitet. „Daran kann ich auch nicht abends spät arbeiten – das beschäftigt mich dann zu sehr“, bekennt sich Jenny Roters zu ihrer Angst im Dunkeln.

OP unterwegs auf der Frankfurter Buchmesse 2017

Was sie bedauert, ist die Tatsache, dass sie ihre Romane nicht in Buchhandlungen verkaufen kann: „Die Cosy-Krimis sind ein Nischenprodukt, da fand sich kein Verlag. Ich bin dann über Amazon Self-Publishing gegangen. Amazon sorgt dafür, dass die Titel mit ISBN-Nummer in Online-Shops kommen. Der erste Apollonia-Band wurde zunächst als E-Book eingestellt und erschien erst ein halbes Jahr später als Printausgabe. Ich habe viel Mund-zu-Mund- und Flyer-Propaganda gemacht.“ Auf Papier erscheinen die Krimis nur als Print on demand (Druck auf Anforderung). Jenny Roters hat also nur Druckkosten, wenn auch verkauft wird. Nur die Zielgruppe im Netz muss stimmen – deshalb wendet sie sich jetzt auch vermehrt an Blogger und schreibt selbst unter „Lovely Books“: „Fast jeder, der meine Bücher liest, findet sie schön, nur dass mans eben leider nicht direkt in der Buchhandlung in die Hand nehmen kann.“ Sie erhofft sich für ihre Cosy-Krimis allerdings gerade einen Aufschwung. Die Zeit scheint reif für dieses Genre, das beweisen auch Neuauflagen anderer Verlage.

Quelle: op-online.de

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