Gereizte Stimmung beim Ortstermin

Autoverkehr ist größtes Problem

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Die städtebauliche Planung für das Bauprojekt an der Odenwaldstraße lag bei dem Ortstermin auf dem Tisch.

Ober-Roden - Die Projektgesellschaft „Atrium am Ober-Röder Bahnhof“ möchte an der Odenwaldstraße sechs Häuser mit etwa 150 Wohnungen errichten. Auf Einladung der SPD-Fraktion stellte Bauherr Dr. Harald Früchtenicht (Babenhausen) die Pläne dort vor.

Dazu kamen etliche Nachbarn. Weil die zu erwartenden Verkehrsprobleme noch nicht gelöst sind, hatte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Schultheis bei dem Termin mit 35 Teilnehmern zeitweise alle Mühe, einige empörte Anwohner zu beruhigen. Manche fühlten sich von der Politik hingehalten. Das Neubauprojekt löst ein altes Problem am Bahnhof. Der Bauherr saniert in Abstimmung mit dem Land Hessen das total verseuchte Gelände der früheren Galvanikfirma Hitzel & Beck und schafft darauf Wohnraum. Das wiederum um den Preis zusätzlichen Autoverkehrs. Obendrein fallen 80 Stellplätze weg, weil auch der bisherige P+R-Platz an der Westseite des Bahnhofs überbaut wird.

„Wo werden die neuen Anwohner und die S-Bahn-Pendler parken? Wie viel zusätzlicher Verkehr ist zu erwarten? Das waren die zwei zentralen Fragen der Anlieger. Sie erhielten darauf keine konkrete Antwort. Norbert Schultheis verwies darauf, dass der Investor die Verkehrsprobleme nicht lösen könne. Dies müsse die Politik tun. Fraktionsvorsitzender Armin Lauer kündigte gegenüber unserer Zeitung an, die SPD werde im Parlament einen Verkehrsentwicklungsplan für die Odenwaldstraße fordern. Die Studie solle die Verkehrssituation auch während der sehr langen Bauzeit darstellen und Lösungen aufzeigen. Auch denke die SPD darüber nach, zu diesem Thema eine Bürgerversammlung in die Wege zu leiten.

Das Parlament berät in seiner Oktobersitzung den Bebauungsplan für das fragliche Areal. Das war einer Anwohnerin nicht genug. Sie forderte einen neuen Bebauungsplan für die gesamte Odenwaldstraße. „Macht es doch gleich richtig“, appellierte die Frau. Lauer kündigte an, die Fraktion werde sich mit dieser Anregung befassen. Jetzt aber müsse zunächst das aktuelle Bauprojekt durch einen neuen Bebauungsplan abgesichert werden. Dies habe Vorrang.

Harald Früchtenicht erläuterte die Fakten. Die von ihm gegründete Projektgesellschaft werde - sofern dann alle Genehmigungen vorliegen - im März 2015 mit dem Abbruch der alten Hitzel-Gebäude beginnen und den Boden sanieren. Die derzeit schon laufende Grundwassersanierung werde fortgesetzt. Nächster Schritt wäre der Aushub für eine Tiefgarage mit 300 Stellplätzen. Diese sollen im Paket zusammen mit den Wohnungen angeboten werden. „Wer eine Wohnung kauft, muss einen Stellplatz mit dazukaufen.“ Danach entstehen zunächst auf dem bisherigen P+R-Platz drei Gebäude. Die restlichen drei später. Früchtenicht rechnet mit einer Bauzeit von bis zu sechs Jahren. In dieser Zeit soll der Fußweg zwischen Odenwaldstraße und Bahnhof offen gehalten werden , „soweit es geht“. Später soll dieser Zugang dann durch eine Passage mit Läden und Lokalen führen.

bp

Quelle: op-online.de

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