Backen wie bei Großmutter

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Handarbeit statt Gottes Wort: Nicht zum Selberessen, sondern zum Verkauf backten die Konfirmandinnen und Konfirmanden in dieser Woche bergeweise Weihnachtsplätzchen. Der Erlös geht an das indonesische Waisenkinderprojekt, das die jeweiligen Konfirmandenjahrgänge seit einigen Jahren betreuen.

Rödermark (chz) - „Am liebsten essen meine Kinder Schwarz-Weiß-Gebäck, Vanillekipferl Husarenkrapfen und Spitzbuben“, verrät Christine Dutine, berufstätige Mutter dreier Kinder, die nur sonntags zum Backen kommt.

„Früher hab ich mehr gebacken, aber so viel wird eh nicht mehr gegessen.“ Die alljährlichen Plätzchen sind es, die zu Advent und Weihnachten gehören wie der Kranz oder der Christbaum. Darauf freut sich die Familie. „Und wenn man etwas Neues ausprobiert, wird’s eh nicht gegessen“, erinnert sich Marita Weber.

Bei Ursula Mohr sind es Weihnachtsmuffins, die auf Vorrat gebacken werden – sie halten sich lang und eignen sich gut als Mitbringsel in der Adventszeit. Jasmin Zachmann dagegen schwört auf Haferflockenkekse, die sie immer beim Besuch ihrer Mutter backt: „Die schmecken erst nach gar nichts, wenn man sie in den Mund nimmt, aber dann kann man nicht mehr aufhören damit....“

„In der Weihnachtsbäckerei“

„In der Weihnachtsbäckerei“ – wer kennt es nicht, das Kult-Kinderlied von Rolf Zuckowski? Weihnachtsplätzchen backen ist Kult. Auch wenn schon seit September die ersten Sorten in den Supermärkten Einzug gehalten haben, so sind es doch die Stände mit den Backzutaten, die derzeit Hochbetrieb haben. Und für die ganz hoffnungslosen Bäcker, die dennoch gern Selbstgebackenes anbieten möchten, gibt’s zunehmend mehr verschiedene Fertigteige in den Kühlregalen. In den heimischen Küchen herrschen tropische Temperaturen, weil die Backöfen auf Dauerbetrieb laufen, und trotz gerade ungezählter neuer Rezepte in Frauenzeitschriften oder Backbüchern sind es zumeist die guten alten tradierten Rezepte, die im Mittelpunkt stehen.

Neben den Plätzchen ist immer noch der Christstollen eines der Weihnachtsgebäcke schlechthin. Der Urberacher Peter Müller backt ihn in drei verschiedenen Varianten. Alle Jahre ist der langjähriger Geschäftsführer des Gewerbevereins Rödermark mit vielen Rezepten auch in der „Weihnachtspost“ unserer Zeitung vertreten.

Neues und Ungewöhnliches

Hochbetrieb herrscht derzeit bei allen Bäckern wie hier in der Backstube von Alfons Köhler. 15 bis 20 verschiedene Sorten backt er.

„In den ersten Ehejahren hat meine Frau gebacken, doch als sie den Laden übernahm, habe ich ihr das abgenommen und langsam ausgebaut. Inzwischen sind es rund 20 Sorten jedes Jahr.“ Bei ihm sind es nicht die Standards, die er zaubert, sondern immer Neues und Ungewöhnliches und vor allem möglichst kleine Plätzchen. Dafür suchte er auch dieses Jahr wieder Ausstecherformen. „Ich verschenke viele Plätzchen, etwa an die Trainerinnen unserer Hofgardisten, und die Beiden sind immer der Meinung, das seien keine Plätzchen, sondern kleine Kunstwerke, die ich da mache.“
Dabei ist Müller selbst eher der herzhafte Typ, der nach einigen Plätzchen sofort ein deftiges Stück Wurst braucht. Seine Lieblingsplätzchen sind jene, die er als allererste in der „Weihnachtspost“ veröffentlicht hatte: Nusstaler, aber natürlich nicht die einfache Variante, sondern obendrauf mit selbstgemachter Johannisbeermarmelade, dann eine Schicht Marzipan und schließlich noch einen Guss-Überzug: „Das ist ein Riesenaufwand und dauert ein paar Stunden, aber man nimmt sich halt die Zeit!“

In den Bäckereien herrscht Hochbetrieb

Auch in den Bäckereien herrscht trotz allem Vorab-Backens Hochbetrieb: wie in der Bäckerei und Konditorei Köhler an der Neckarstraße. Rund 20 Sorten sind’s dort, die auf den gemischten „bunten Tellern“ landen. Eine ist leckerer als die andere,

Einen Nachmittag lang haben auch rund 40 Konfirmanden mit einigen Müttern und einem Vater im evangelischen Gemeindehaus in Ober-Roden gerührt, geknetet, ausgestochen und. Sieben verschiedene Sorten, von Schneeflöckchen („mürbe und lecker“) bis zu „irgendwas Norwegischem“ gebacken. Schließlich konnten rund 150 gemischte Plätzchentüten abgepackt werden.

Am gestrigen Freitag und während der Adventszeit noch mehrmals werden die Konfirmanden ihre Werke bei Basaren oder nach dem Sonntagsgottesdienst verkaufen. Der Erlös geht an das indonesische Waisenkinderprojekt, das die jeweiligen Konfirmandenjahrgänge seit einigen Jahren betreuen.

Quelle: op-online.de

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