Balance-Akt im Schwimmerbecken

Badehaus in Urberach ist eine große Spaß-Anstalt

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Balance-Akt im Schwimmbecken: Am Fun- & Actiontag im Badehaus dürfen sich Kinder und Jugendliche so richtig austoben.

Rödermark - Schwimmbäder in Stadt und Landkreis Offenbach tüfteln an Strategien gegen heimliches Fotografieren auf der Liegewiese. Seit die Handy-Welle immer höher wogt, ist das ein echtes Problem.

Wie sieht die Sache im Badehaus in Urberach aus? Wir fragten am Fun- & Actiontag nach, der dort immer besonders gut besucht ist. Vor mehr als 20 Jahren schon hatte das Hallenbad in Urberach während der Ferienzeiten dienstags alle seine kleinen und großen Badespielzeuge ausgepackt und Jung und Alt zu Spielen und Platschen eingeladen. Damals kamen meistens rund 50 bis 60 Kinder.

Seit der Wiedereröffnung des Badehauses ist in der schulfreien Zeit dienstags von 10 Uhr bis 19 Uhr Spaß angesagt im großen Becken. Je nach Wetter ist das eion echter Renner – was die Besucherzahlen angeht, wie Badehauschef Markus Reents freudig feststellt.

Das lockt natürlich heutzutage auch zum schnellen Handy-Schnappschuss bei besonders spektakulären Aktionen. Doch hier gibt’s gerade in diesem Jahr, wo lebendige Debatten darüber entstehen, dass viele Schwimmbäder ihren Besuchern das Abkleben der Kameras anraten und Fotografieren ganz verbieten, Diskussionsbedarf.

„Bei uns lohnt diese Maßnahme bislang nicht“, erklärt Markus Reents. „Dafür sind wir hier ein zu kleines Bad. Aber wir haben klare Regeln, die in der hessischen Badeordnung § 5 Absatz 5 festgelegt sind und die bei uns in der Halle ausgehängt sind: Das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung ist nicht gestattet!“ Die Verordnung schreibt außerdem fest, dass Filmen und Fotografieren unter Wasser generell nicht erlaubt sind. „Wir sind hier allein schon wegen der Bekleidung ein besonders sensibler Bereich, hier sind die Regeln durchaus etwas enger gefasst als auf der Straße etwa“, erläutert der Bademeister.

In einer Dienstbesprechung war das Badehaus-Team schon zum Jahresbeginn für dieses heikle Thema sensibilisiert worden. Man solle besonders darauf achten, hatte es damals geheißen. Speziell geschult im Umgang mit Verdächtigen sei das Badehauspersonal nicht, hieß es auf unsere Nachfrage in der städtischen Pressestelle. Man habe vollstes Vertrauen in die Souveränität und das Gespür der Mitarbeiter. Das hat zwar auch Rödermarks Nachbarstadt Rodgau. Trotzdem absolvierte das Badeseepersonal dort im Frühjahr ein Deeskalationstraining. Im Zuge dessen wurde auch der Umgang mit möglichen Spannern am Badesee Nieder-Roden eingeübt.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

Für Pressefotografen sind berufliche Fotos im Badehaus allerdings kein Problem. Gerade beim Fun- & Actiontag – zu dem das Badehaus auch noch am kommenden Dienstag noch einmal einlädt – finden sich immer Kinder und Jugendliche, die sich freuen, vor der Kamera ihre Kunststückchen machen zu können. Und das sogar im Beisein des lächelnden Bademeisters.

Was macht Reents eigentlich, wenn jemand sich nicht an die Fotografierregeln hält oder die Paragrafen vielleicht nicht gelesen hat? „Wir haben die Aufsicht und die Verantwortung für den Trubel. Gerade auch im Zeitalter der vielen social media. Werde ich auf fotografierende Badegäste aufmerksam gemacht oder habe ich das Gefühl, dass sie mehr als nur ihre eigenen Kinder fotografieren, spreche ich die Menschen an und bitte sie, ausschließlich ihre eigenen Freunde oder Familie zu fotografieren. Aber das ist hier bei uns wirklich selten nötig.“

Infos auch unter www.badehaus-roedermark.de. (chz)

Quelle: op-online.de

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