Baggerfahrer findet Fliegerbombe

Ober-Roden (lö) - Ein Baggerfahrer hat am Mittwochabend im Industriegebiet eine Fünf-Zentner-Bombe gefunden. Polizei und Kampfmittelräumdienst konnten aber schnell Entwarnung geben: Die Bombe hätte nicht mehr explodieren können.

Das konnte der Mitarbeiter eines Unternehmens aus der Johann-Friedrich-Böttger-Straße aber nicht ahnen, als er gegen 19.15 Uhr auf einen rostigen Metallgegenstand gestoßen war und folgerichtig annahm, eine alte Fliegerbombe vor sich zu haben. Der Baggerfahrer und alle übrigen Anwesenden suchten sofort das Weite. Der von der Polizei herbeigerufene Spezialist des Kampfmittelräumdienstes stellte allerdings fest, dass keine Gefahr mehr von dem Sprengkörper ausging. Zwar war noch der Zünder vorhanden; dieser konnte allerdings nicht mehr funktionieren. Ebenso fehlte der Sprengstoff. Die rostigen Trümmer des Weltkrieg-Relikts wurden von den Experten aufgeladen und zur fachgerechten Entsorgung mitgenommen.

Polizeisprecher Ingbert Zacharias wies gestern darauf hin, dass trotz der nun schon recht langen Zeitspanne zwischen dem Kriegsende und heute immer wieder Überbleibsel des Luftkrieges in den verschiedensten Größen und Zuständen gefunden werden. Gerade das Rhein-Main-Gebiet wurde seinerzeit von den alliierten Fliegern verstärkt angegriffen; daher werden hier auch noch viele Blindgänger im Boden vermutet. Zacharias: „Wer auf ein solches verdächtiges Teil stößt, sollte unbedingt sofort gehörigen Abstand zu der Fundstelle suchen und umgehend die Polizei über den Notruf 110 verständigen.“

Ober-Roden war erstmals am 3. Dezember 1943 aus der Luft angegriffen worden. Englische Flieger warfen im Süden des Ortes, also nicht weit von der Fundstelle des Blindgängers entfernt, zwölf zweieinhalb Zentner schwere Brandbomben ab. Ziel war wahrscheinlich der Bahnhof gewesen. Von diesem Tag an heulten in Ober-Roden - und auch in Urberach - immer wieder die Luftschutzsirenen.

Noch gefährlicher waren allerdings amerikanische Jagdbomber, die bis in die letzten Kriegstage hinein auch zivile Ziele im Tiefflug attackierten.

Quelle: op-online.de

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