Schlackeschicht und Schwermetalle im Boden

Teure Altlast unterm Bahngelände

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Das Erdreich unter dem Bahngelände gehört eigentlich auf eine Sondermülldeponie: Schlacke, und Abbruchmaterial mit einer Mächtigkeit von mindestens einem Meter, dazu Schwermetalle.

Ober-Roden - Schlacke, und Abbruchmaterial mit einer Mächtigkeit von mindestens einem Meter, dazu Schwermetalle: Das Erdreich unter dem Bahngelände gehört eigentlich auf eine Sondermülldeponie.

Die Altlasten verteuern die Umgestaltung des rund 5500 Quadratmeter großen Areals um 225.000 Euro.

Die Stadt kalkuliert jetzt mit folgenden Kosten: 375.000 Euro für den Bahnhofsvorplatz und 592. 500 Euro für knapp 50 Pendlerparkplätze und einen Radweg vom Bahnhof zur Schranke in der Dieburger Straße. Ober-Rodens neues Entrée wird also nahezu ein Millionen-Projekt; dazu kommen die 400.000 Euro, die die Stadt 2007 für Grundstückskauf aufbrachte. Ein Landeszuschuss von 365.000 Euro und 75.000 Euro Erlös aus dem Verkauf des Bahnhofs an Hans-Jörg Vetter reduzieren die Investitionskosten.

Autos auswärtiger Bahnkunden verstopfen Nebenstraßen

Die Aufwertung des Platzes gehört zum Geschäft mit dem Urberacher Investor, der den unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof in ein Geschäfts- und Wohnhaus umbauen will. Dieser Teil stand nie zur Debatte, Parkplätze und Radweg indes schon: Der Magistrat überlegte zeitweise, auf die P+R-Anlage zu verzichten. Doch die Autos auswärtiger Bahnkunden verstopfen die Nebenstraßen. Deshalb entschied sich der Magistrat für eine andere Finanzierung der Mehrkosten. Er schlägt vor, die Sanierung der Straße „Am Schwimmbad“ zu verschieben. Das bringt etwa 310.000 Euro.

Die Belastungen kamen erst nach dem Abriss diverser Schuppen ans Licht, vorher waren detaillierte Bodenuntersuchungen nicht möglich. Das Regierungspräsidium fordert von der Stadt jetzt, dass sie die Parkplätze versiegelt, damit die Schadstoffe nicht mit dem Regen ins Grundwasser sickern.

Verwaltung hielt Problematik für beherrschbar

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Manfred Rädlein, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Rödermark (FWR), wirft dem Magistrat vor, dem Parlament beim Grundstückskauf 2007 „leichtfertig und nach heutigem Erkenntnisstand fälschlicherweise den Eindruck vermittelt zu haben, dass keine Belastungen vorliegen“. Als Konsequenz habe das Parlament die Forderung gestrichen, dass die Bahn eine mögliche Bodensanierung bezahlt.

Bürgermeister Roland Kern wies diese Kritik gegenüber unserer Zeitung zurück. Die Verwaltung habe vorm Kauf mit der Bahn über Altlasten gesprochen, die Problematik aber für beherrschbar gehalten: „Was ja auch tatsächlich der Fall ist.“ Trotzdem habe die Stadt einen Sicherheitspuffer eingebaut. Die Bahn verzichtet auf den möglichen Mehrerlös aus einem Weiterverkauf des Grundstücks, die Stadt auf eine Beteiligung der Bahn an der Altlastensanierung. „Außerdem lag der endgültige Kaufpreis für P&R-Gelände, Bahnhofsvorplatz und Gebäude um einige 100.000 Euro unter der ursprünglichen Preisvorstellung“, gibt Kern zu bedenken.

Möglicher Baubeginn im April

Wenn die Stadtverordnetenversammlung am Aschermittwoch Mehrkosten und Gegenfinanzierung akzeptiert, will Kern im April mit dem Bau beginnen. Was auch Vetters Zeitvorstellungen entspricht. Er bespricht momentan mit dem Bauamt Details wie den Übergang zwischen dem Gebäude und der öffentlichen Fläche. 

Quelle: op-online.de

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