Rödermark

S2-Verlängerung: Bahntunnel unter der Bulau? Forderungen nach Beteiligung der Bürger werden laut

Westlich der „Rennwiesen“ in Rödermark bei Offenbach soll die neue Bahntrasse verlaufen. Verkehrsplaner wollen die Strecke weitgehend unter die Erde verlegen.
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Rödermark: Westlich der „Rennwiesen“ soll die neue Bahntrasse (lila markiert) verlaufen. Verkehrsplaner wollen die Strecke weitgehend unter die Erde verlegen.

Denkspiele, die S-Bahn von Dietzenbach über Rödermark-Urberach bei Offenbach nach Dieburg zu verlängern, kommen gut an. Die CDU Rödermark jubelt, die Andere Liste weist auf mögliche Knackpunkte hin und fordert eine frühe Bürgerbeteiligung. Das ist der Grund.

Rödermark – Im 30-Minuten-Takt zweigleisig von Dieburg über Urberach und Dietzenbach nach Frankfurt: Der RMV, also der Rhein-Main-Verkehrsverbund, sowie die Kreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach wollen die Verlängerung der S 2 tiefergehend untersuchen. Eine bessere Bahnverbindung holt Autos von den überlasteten Urberacher Hauptstraßen und macht für Pendler aus Eppertshausen, Münster und Dieburg die Fahrt nach Ober-Roden – dem Endpunkt der S-Bahnlinie 1 – überflüssig. Der RMV und die Kreise rechnen pro Werktag mit 4 500 neuen Bahnfahrern. So weit, so gut.

S-Bahn in Rödermark nahe Offenbach: Untertunnelung der Bulau wird notwendig sein

Deshalb begrüßt die Andere Liste (AL) diese Überlegungen. Die Rödermärker Grünen haben aber auch die fünfseitige „Dietzenbach-Dieburger Erklärung“ genau gelesen und weisen auf die Konsequenzen hin. Zwischen den Bahnhöfen Dietzenbach und Urberach klafft eine 3,1 Kilometer lange Lücke, erst ab Urberach kann die S 2 auf den Gleisen der Dreieichbahn weiterfahren.

Doch der Neubau hat es in sich. Denn zwischen den Bahnhöfen Dietzenbach (148 Meter über Normalnull) und Urberach (152 Meter) liegt der Scheitelpunkt der Strecke auf rund 195 Metern. „Um den Eingriff in die Natur und Landschaft möglichst gering zu halten, muss bei den weiteren Untersuchungen und Planungen stets von einer Untertunnelung der Bulau ausgegangen werden“, steht klipp und klar in der Erklärung.

S-Bahn in Rödermark: Andere Liste (AL) fordert Einbindung der Bewohner in Planungen, CDU lobt Ideen

Für die AL ist deshalb genauso klar: „Die Bürgerschaft, insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner des Baugebiets an den Rennwiesen, muss frühzeitig in die Planungen einbezogen werden, damit neben den ökologischen Belangen auch die Interessen auf wirksamen Lärmschutz ausreichend Berücksichtigung finden.“

Die CDU betont indes ausschließlich die positiven Aspekte der angedachten S 2-Verlängerung und lobt die Arbeit der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger. Eine direkte Anbindung würde nicht nur für den Dieburger Raum eine wesentliche Verbesserung bringen, sondern vor allen Dingen auch für Rödermark.

Rödermark bei Offenbach: Stadt Rödermark plant S-Bahn schon länger

CDU-Kreistagsmitglied Mona Reusch: „Die Realisierung einer solchen Planung stellt einen Quantensprung im öffentlichen Nahverkehr dar.“ Rödermark hätte dann zwei gleichwertige und direkte S-Bahnverbindungen nach Frankfurt und Offenbach. Dass dies eine Perspektive ist, liegt nach Ansicht von Mona Reusch an der Stadt Rödermark, die bei allen Planungen in Urberach die mögliche Trasse einer Bahnstrecke freigehalten hat: „Wir haben hier immer an die Zukunft gedacht und den Bau zumindest planerisch vorgesehen. Eine zügige Realisierung der Neubaustrecke ist deshalb möglich“.

Rödermark-Urberach: Hier könnte die verlängerte S 2 möglicherweise den geplanten Tunnel verlassen und bis zum Zusammentreffen mit den Gleisen der Dreieichbahn oberirdisch weiterfahren.

Die Erste Kreisbeigeordnete und Verkehrsdezernentin Claudia Jäger (CDU) habe durch die Mitinitiierung einer umfassenden Vorstudie dafür Sorge getragen, dass die Effizienz und wirtschaftliche Tragfähigkeit dieses Schrittes zur Erweiterung des ÖPNV belegt werden kann. „Auch dank ihrer Arbeit ziehen alle Beteiligten und Gebietskörperschaften an einem Strang“, lobt Reusch.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender in Rödermark bei Offenbach fordert bessere Verbindung nach Dieburg

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ralph Hartung plädiert dafür, die Strecke von Dietzenbach nach Dieburg zu elektrifizieren und einen Halbstundentakt einzuführen. Die Verbindung in den Dieburger Raum müsse dringend verbessert werden, auch um die Seitenstraßen des Bahnhofs Ober-Roden von parkenden Pendlerautos zu entlasten. „Wir setzen darauf, dass die Akzeptanz der Neubaustrecke auch bei Anwohnern und Bürgern hoch sein wird“, hofft Hartung, der für den Kreistag kandidiert. (Michael Löw)

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