Bankräuber im Dienst der Stadt?

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Eng wird’s auf der Bank am Waldrand: Wächst die radelnden Rentnertruppe über fünf Mann, wäre eine zweite Sitzgelegenheit vonnöten. Doch die fehlt im Grenzland zwischen Rödermark und Rodgau. Die Bank steht auf Nieder-Röder Gebiet, der Abfallkorb auf Ober-Röder Gemarkung.

Ober-Roden - Am Waldrand an der Nieder-Röder Lache sitzt sich"s schön. Der Blick schweift über Wiesen zu den Türmen von Rodgaudom, Trinkbornschule und Stadtbücherei, nachmittags schient die Sonne hin. Von Michael Löw

Kein Wunder also, dass Radfahrer und Spaziergänger gern auf der Bank im Grenzland zwischen Rödermark und Rodgau rasten.

Knapp wird der Platz allerdings, wenn Grüppchen mit mehr als fünf Personen unterwegs sind. Werner Wentz, Heinz Hitzel, Otto Löbien, Günter Krikser und Schymura saßen am Montagnachmittag wie die Hühner auf der Stange auf der Bank, zwei ihrer Mitradler waren mangels Sitzgelegenheit heim gefahren. „Manchmal sind wir sogar zu neunt“, unterstreicht Werner Wentz die Notwendigkeit einer zweiten Bank.

Die rührigen Rentner ergriffen die Initiative und stellten vor knapp drei Wochen eine Bierzeltbank auf und gruben sie sogar in den Boden ein. Sie stand nicht lange da. Im zweiten Versuch bauten sie aus Ytongsteinen und einer Styroporauflage erneut einen Behelfsplatz, doch auch daran konnten sie sich nicht lange freuen.

Städtische Bankräuber?

„Unsere Bänke waren immer dann weg, wenn der Bauhof da war und den Papierkorb geleert hat“, vermuten Otto Löbien und Günter Krikser städtische Bedienstete hinter dem Bankraub. Die Frage war nur: Ist Rodgau oder Rödermark dafür verantwortlich? Denn die Grenzlinie zwischen beiden Kommunen verläuft zwischen Bank und Abfallkorb.

Seine Männer hätten zumindest die Ytongsteine weggeschafft, nimmt Wolfgang Mieth, Chef der Kommunalen Betriebe Rödermark, die Verantwortung für die interkommunale Bankenkrise auf sich und flüchtet nicht wie die Manager von Lehmann Brothers in Ausreden. Und im Gegensatz zu denen kündigte er gestern gegenüber unserer Zeitung sofort eine Entschädigung an: „Wir stellen hier schnellstens eine zweite Bank auf!“ Wenn das kein Wort ist.

Dann können Wentz, Hitzel, Löbien, Krikser und Schymura mit ihren Radfahrfreunden im Sitzen über Gott, die Welt und vor allem über den Fußball von Turnerschaft bis Eintracht philosophieren.

Quelle: op-online.de

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