Großbaustelle Waldacker

Großbaustelle Waldacker

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7 000 Tonnen Asphalt werden in den kommenden Tagen von der Ortsdurchfahrt Waldacker gefräst und bis Ende des Monats durch die gleiche Menge neuen Asphalt ersetzt.

Waldacker - Der Umbau der Ortsdurchfahrt geht in seine heiße Phase. Seit gestern wird die Fahrbahndecke abgefräst und ab heute der neue Teer aufgetragen. Von Michael Löw

In den Streit um die Stärke des Unterbaus hat die CDU-Fraktion jetzt Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) und Landtags-Vizepräsident Frank Lortz (CDU) eingeschaltet.

Die B 459 ist bis Ende Juli nur in Richtung Dietzenbach befahrbar. Wer aus Norden kommt, muss - so jedenfalls die planerische Ideal-Umleitung von Hessen Mobil - an der „Waldacker-Kreuzung“ nach links auf die Kreisquerverbindung abbiegen. Auf der geht"s kilometerlang geradeaus bis zur Auffahrt Jügesheim der B 45 und auf der bis zur Ausfahrt Ober-Roden und den Rödermarkring zurück auf die B 459. Gegen die schnellere Variante über Rodgau-Ringstraße und Rollwald zur „Kipferl-Kreuzung“ hatte die Stadt Rodgau Bedenken angemeldet. Verbieten kann sie sie jedoch nicht.

7 000 Tonnen Asphalt fliegen brockenweise auf die Ladefläche der Lastwagen. Rund 200 Fuhren sind nötig, um die zerschlissene Decke der B 459 zur Recyclinganlage zu transportieren. Da der vor Jahrzehnten verbaute Asphalt kein Pech enthält, gilt er als unbelastetes Material und kann wiederaufbereitet werden. Während die Arbeiten voran schreiten, verschärft sich der Streit um die Dicke des Unterbaus. Die Bürgerinitiative „Hauptstraße Waldacker - Mit uns wird"s besser“ hält 30 Zentimeter angesichts der hohen Verkehrsdichte für viel zu wenig. Die Anwohner kritisieren, dass Hessen Mobil nur die Fahrbahn erneuert, die von täglich rund 13.000 Autos benutzte Straße aber nicht grundhaft saniert. Der Stadt werfen sie vor, sich mit „Flickschusterei“ zu begnügen, statt auf eine Komplettlösung zu drängen.
Die CDU teilt wie auch Bürgermeister Roland Kern die Bürgerkritik. Gleichzeitig sagt ihr Fraktionsvorsitzender Michael Gensert - und auch da ist er sich mit dem Bürgermeister einig: „Die Sanierung einer Bundesstraße ist nicht Sache der Stadt.“ Die richtige Adresse für Beschwerden ist das FDP-geführte Hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium. Minister Rentsch wurde von der CDU jetzt gebeten, den Vorgang zu überprüfen. Und erhielt von Gensert den Hinweis, dass sich seine liberalen Parteifreunde vor Ort der Kritik angeschlossen hätten.

Klagen der Anwohner

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Plötzlich im Gegenverkehr

Derweil bekommt Hessen Mobil schon die nächsten Klagen der Anwohner zu hören. In allen Seitenstraßen, die in die Ortsdurchfahrt münden, fehlen Schilder, die das Linksabbiegen verbieten. Konsequenz: Da die B 459 seit gestern ja Einbahnstraße in Richtung Dietzenbach ist, standen Autofahrer aus den Wohngebieten plötzlich im Gegenverkehr.

Der Umbau der B 459 ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Hessen Mobil. Die Landesbehörde erneuert und verengt die Fahrbahn, die Stadt baut seit März neue Bürgersteige und Bushaltestellen. „Diese Arbeiten haben die Anwohner mit großer Geduld mitgetragen“, lobt Ingenieur Herbert Rupp aus der Tiefbauabteilung. Dienstags gebe es um 14 Uhr immer eine Baustellenbesprechung, bei der Stadt und Bauunternehmen den Bürgern Rede und Antwort stehen. Meist seien Kleinigkeiten wie die Zufahrt zu einzelnen Grundstücken das Thema. In Rücksprache mit dem Polier würden sie normalerweise zur Zufriedenheit der Betroffenen gelöst.

Quelle: op-online.de

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