Bauschutt im Wald abgeladen

Entsorgung auf die billige Tour

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Unbekannte kippen Bauschutt und Gerümpel ab.

Rödermark (lö) - 315 Mal räumte der Bauhof voriges Jahr wild abgelagerten Müll aus Wald und Feld. Das kostete den Steuerzahler rund 30.000 Euro. Jetzt half der Zufall, einen solchen Umweltfrevler zu ermitteln und zur Kasse zu bitten.

Der Kleinunternehmer hatte in der Heegwiesenschneise hinter dem Viktoria-Sportplatz drei Kubikmeter Bauschutt abgekippt. Dabei rutschte sein Auto vom Weg ab und blieb stecken. Der Mann hielt sich für besonders schlau und schraubte die Nummernschilder ab, bevor er sich aus dem Staub machte. Ein Spaziergänger hatte das Auto der Polizei gemeldet, die den Halter auch ohne Kennzeichen fand.

Gegen ihn läuft nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, berichtete gestern der Erste Stadtrat Alexander Sturm. Wahrscheinlich muss der falsche Müllmann außer 585 Euro für die Beseitigung seiner Reste noch rund 600 Euro Bußgeld wegen diverser Vergehen zahlen: illegale Abfallablagerung, fahren auf Waldwegen, fahren ohne Nummernschild.

Oft sind es kleine Bau- oder Abrissfirmen

Der Fall ist typisch, hat Sturm festgestellt. Oft sind es kleine Bau- oder Abrissfirmen, die Schutt und gemischte Abfälle mit dem Lkw ganz dreist in den Wald karren. Die Stadt macht solche Unternehmer für die acht großen und 30 kleineren Bauschutt-Ablagerungen des vergangenen Jahres verantwortlich. Die hohe Zahl von mehr als 300 Müllsündern kommt auch durch Plastiksäcke voller Unrat zustande, die „zufällig“ vom Auto fallen. Einmal musste der Bauhof sogar etliche Kubikmeter Erde wegbaggern, weil ein Schmutzfink einen Kanister mit Öl- und Dieselgemisch an den Straßenrand geworfen hatte.

Knapp eine Handvoll Ecken im Rödermärker Wald ziehen Umweltfrevler geradezu magisch an. Die werde die Stadt künftig genauer im Auge behalten, kündigte Sturm an. Gleichzeitig appelliert er auch an die Bürger, die Augen offen zu halten: Wer einen illegalen Müllspediteur sieht, sollte die Kommunalen Betriebe (Telefonnummer 06074/911-955) oder die Polizei in Dietzenbach (Telefonnummer 06074/837-0) anrufen.

Ladungen voller Dreck

Vergangene Woche hatte unsere Zeitung über mehrere Ladungen voller Dreck an der Gemarkungsgrenze zwischen Urberach und Messel berichtet. Die Müllberge wurden inzwischen auf Kosten der Allgemeinheit weggeschafft. Das kalkulieren diese zweifelhaften Handwerker ein: Die Städte räumen schon deshalb auf, damit wilde Müllberge keine Nachahmer anlocken.

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Übrigens: Die ordnungsgemäße Entsorgung von sechs Kubikmetern Bauschutt kostet etwa 190 Euro plus Mehrwertsteuer. Das hat eine kurze Preisanfrage beim alteingesessenen Ober-Röder Containerdienst von Adam Winter ergeben.

Quelle: op-online.de

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