Doppelbaustelle bringt dicke Luft

Waldacker (lö) - Der Umbau der Hauptstraße hat noch nicht richtig angefangen, da gibt"s im Ort schon den ersten Ärger. Anwohner der Goethestraße sind sauer, weil das Gruppenwasserwerk ausgerechnet in dieser Zeit neue Leitungen verlegt.

Die Goethestraße ist die einzige potenzielle innerörtliche Umleitung. Und das Unternehmen, das die B 459 auf fast 1,6 Kilometern saniert, musste auf Anordnung der Unteren Naturschutzbehörde seinen Lagerplatz am Ortsrand räumen.

Das Wasserwerk hatte in der Goethestraße per Postwurfsendung mitgeteilt, dass auf dem Teilstück zwischen Lindenweg und Buchrain die Hauptleitung und Hausanschlüsse erneuert werden müssen. „Eine zusätzliche Baumaßnahme ist den Bürgern Waldackers nicht auch noch zuzumuten“, schimpfte ein Hausbesitzer, der nicht mit Namen genannt werden will. Seiner Ansicht nach sind die Leitungen noch so gut in Schuss, dass ihr Austausch warten kann, bis die B 459 im Spätsommer wieder normal befahrbar ist.

Während der Arbeiten des Wasserwerks muss auch der Schulbus einen Umweg fahren - voraussichtlich über folgende Strecke: Am Buchrain, Am Lerchenberg, Drosselstraße und Lindenweg.

Wolfram Wittwer, der technische Betriebsleiter des Gruppenwasserwerks Dieburg, hält neue Leitungen für dringend nötig: „In Waldacker gibt es relativ häufig Rohrbrüche.“ Im Herbst vorigen Jahres beispielsweise sei ein Rohr geborsten und habe eine Kettenreaktion ausgelöst. Am Ende saßen die Bewohner von drei Häusern auf dem Trocknen.

Baustellen in den zwei wichtigsten Straßen

Das Wasserwerk lässt die betagte Hauptleitung auf einer Länge von 630 Metern austauschen und erneuert 45 Hausanschlüsse. Zehn bis zwölf Wochen sind für die Arbeiten veranschlagt.

„Das ist eine unangenehme Situation, die wir normalerweise vermeiden“, sagte Wittwer angesichts der Doppelbaustelle in den zwei wichtigsten Straßen von Waldacker. Doch die Versorgungssicherheit genieße Vorrang vor möglichen Verkehrsbehinderungen.

Auch Bürgermeister Roland Kern sieht kein großes Problem: „Was spricht gegen Leitungsarbeiten in der Goethestraße, wenn in der Hauptstraße der Bürgersteig gemacht wird?“

Das Fuldaer Tiefbauunternehmen hat seine Container mittlerweile auf zwei kleinen Grünflächen auf der Parallelstraße der Ortsdurchfahrt geparkt. Ursprünglich hatte es sein Lager nach Rücksprache mit der Stadt östlich der B 459, gegenüber der Einmündung der Wingertstraße, eingerichtet und dort auch schon die Grasnabe weggeschoben.

Die Untere Naturschutzbehörde hat diese Arbeiten gestoppt und die Wiederbegrünung gefordert. Bei dem vorgesehenen Baustellenlager handele es sich um eine schützenswerte Streuobstwiese, begründete dies Kreispressesprecherin Kordula Egenolf gegenüber unserer Zeitung.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm/pixelio.de

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