Beim Bau früh an später denken

Rödermark (lö) ‐ Vorsorge fürs Alter? Das ist für viele Rödermärker allenfalls eine Frage des Geldes. Wie sie in 20 oder 30 Jahren wohnen wollen, schieben die heute 50-Jährigen aber auf die lange Bank.

Zwischen dem Wunsch, möglichst lange in vertrauter Umgebung zu bleiben, und den nötigen baulichen Voraussetzungen an Haus oder Wohnung klafft eine Lücke, die die Wenigsten wahrhaben wollen.

Die erste öffentliche Fraktionssitzung der SPD zeigte aber auch, dass Bauen der zentrale Aspekt des Wohnens im dritten Lebensabschnitt ist. Etliche Teilnehmer dieser Premiere forderten aber auch mehr ambulante und stationäre Pflegeangebote, um das Altwerden in Rödermark zu erleichtern.

SPD-Fraktionsvorsitzender Armin Lauer hatte zu Beginn der Veranstaltung die demographische Entwicklung in Rödermark skizziert. Auch hier werden die Alten immer älter, und auch hier bereiten sich die “Noch-nicht-Alten” nur ungenügend auf die Zeit der Rente vor.

Wobei in Rödermark der Anteil der Eigenheimbewohner mit 73 Prozent vergleichsweise hoch ist, und ungefähr 70 Prozent der älteren Einwohner ihre finanzielle Situation als gut oder sogar sehr gut einschätzen. Altersarmut dürfte - zumindest auf absehbare Zeit - kein allzu großes Problem werden

Das Ziel sei klar, der Weg bleibt lang

Dennoch blieben, so auch die Botschaft von Heinz Weber, dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats, und von Wolfgang Geiken-Weigt, dem Leiter des Sozialen Dienstes, mehr als genug strukturelle Probleme für eine vorausschauende Kommunalpolitik. Das Ziel sei klar, der Weg bleibe lang.

So fragten Zuhörer nach entsprechenden Bauvorschriften oder Kostenzuschüssen für eine seniorengerechte Renovierung im Vorfeld - also nicht erst, wenn die Gebrechen größer werden. Eine solche Unterstützung gibt es aber noch nicht.

Seniorengerechte Wohnungen, räumlich konzentriert oder in Streulage werden gebraucht - Tendenz rapide steigend. Weber und Geiken-Weigt bevorzugen eine Verteilung quer durch alle Stadtteile. Das entspreche eher dem Wunsch der Betroffenen und tue gut gegen Demenz und Krankheitsanfälligkeit.

Das Wohnen in vertrauter Umgebung könne auch durch städtisches Wirken gefördert werden: durch ambulante Pflegeangebote und - ganz wichtig - das Stützen von Nachbarschaft durch Personal, Stadtteilzentren, Kommunikationsinseln und gute Ideen. Bei leeren Kassen seien schon Parkbänke oder ein Briefkasten für Post an die Stadtverwaltung richtige Schritte.

Weitere Themen der öffentlichen Fraktionssitzung waren das Für und Wider Betreuten Wohnens im Haus am Mühlengrund, das Preisgefüge auf dem Wohnungsmarkt am Beispiel der „Seniorenresidenz” oder die Verfügbarkeit von Pflegeplätzen zum Beispiel im Haus Morija”.

Quelle: op-online.de

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