Rödermark und Bodajk feiern 25 Jahre Verschwisterung

Bekenntnis zu einem einigen Europa

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Ein gemeinsames Foto samt Video entstand gestern Morgen bei der Abfahrt am Bodajker Platz. Multimedial wollen die ungarischen Freunde auf ihrer Homepage „Bodajk Around the World“ werben.

Ober-Roden - 25 Jahre sind Rödermark und Bodajk verschwistert. Zur Feier der Städtepartnerschaft waren knapp 80 Gäste aus Ungarn gekommen. Von Christine Ziesecke

Mit einer engen Partnerschaft ein kleines, aber deutliches Zeichen setzen für europäische Freundschaft und Verbundenheit: Das ist in der derzeitigen politischen Lage mehr als angebracht. Die Städtepartnerschaft zwischen Rödermark und dem ungarischen Bodajk folgt diesem Gedanken schon 25 Jahre lang und nahm das Jubiläum zum Anlass, wieder einmal Gemeinschaft über Grenzen hinweg zu pflegen.
Diesmal waren die Ungarn mit ihrem Besuch in Rödermark an der Reihe. Der Freitagabend galt der Wiedersehensfreude und dem Dank an all jene, die 1992 die Beziehung aufgenommen und sie seither stets getragen haben. Der Bodajker Bürgermeister Lóránt Wurczinger brachte es am Ende des Abends auf den Punkt: „Das ist längst nicht nur eine Partnerschaft, sondern schon eine Freundschaft geworden!“

Das ließ sich auch in der Kulturhalle erkennen, wo die durchweg privat untergebrachten ungarischen Besucher mit ihren Gastgebern zusammen saßen und das Programm genossen. Das umfasste die mit Erinnerungen gespickten Reden der Bürgermeister und des Stadtverordnetenvorstehers Sven Sulzmann und hatte einen optischen Höhepunkt: den Auftritt der Bodajker Tanzgruppe mit 30 Akteuren. Sie verzauberten mit einem Stück ungarischer Heimat auf der Ober-Röder Bühne die Zuschauer.

Die Volkstanzgruppe Bodajk begeisterte durch ihr tänzerisches und musikalisches Können ebenso wie durch ihre natürliche Lebendigkeit und erfrischende Fröhlichkeit. 

Rödermarks Bürgermeister Roland Kern hatte – umgehend ins Ungarische übersetzt von der Mitbegründerin und Motivatorin dieser Partnerschaft Evi Sulzmann - daran erinnert, dass es die Ungarn waren, die Anfang der Neunzigerjahre einen großen Beitrag geleistet hatten, die Grenzen Europas zu öffnen und die Menschen zusammenkommen zu lassen. „Diese Errungenschaft dürfen wir nicht aufs Spiel setzen“, mahnte er. Zwischen den Fähnchen Ungarns, Deutschlands und Europas auf den Tischen erinnerte Stadtverordnetenvorsteher Sulzmann unter anderem daran, dass nicht nur die „Großen“ sich über Schule, Vereine oder die Kunst treffen, sondern auch schon die Jüngsten diese Partnerschaft ungeachtet aller Sprachbarrieren über den Fußball kennenlernen – so auch im Mai, wenn der FC Viktoria sich wieder auf ungarischen Besuch bei der Mini-Weltmeisterschaft freut.
So viel Gemeinsamkeit bedeutet aber auch viel Vorarbeit und viele getreue Begleiter. Deshalb stand neben dem eigentlichen „Staatsakt“, den bestätigenden Unterschriften unter die Urkunden der Städtepartnerschaft, der Dank und die Ehrung zahlreicher Bürger aus beiden Ländern im Mittelpunkt. Hier standen die Rödermärker Altbürgermeister und Väter der Städtepartnerschaft, Walter Faust und Alfons Maurer, und die damalige Bodajker Bürgermeisterin Kati Rencz im Vordergrund. Aber auch Eva und Herbert Sulzmann, Karl Sturm, Steffi und Fredi Theis, Heinrich Ossoth und Horst Hunkel und etliche andere wurden gewürdigt - allen voran Lilo Haag, die auch bei diesem Besuch wieder emsig war: Sie hatte die Unterbringung der Tanzgruppe im Germania-Clubheim mit allen Einzelheiten von Feldbetten über Bettwäsche bis zum Frühstück in ihrer Obhut.

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Noch beim gemeinsamen Abschluss gestern Morgen mit einer Andacht, gehalten von Pfarrerin Sonja Mattes und Vikarin Christina Mayer in der Petruskirche, kreisten die Gespräche rund um das außergewöhnlich gut gelungene Programm dieser drei Besuchstage. Ungarn und Deutsche lobten den letzten Abend im eher ungewöhnlichen Ambiente des Jazzkellers, den auch einige Rödermärker erst dabei kennenlernten. Nicht nur das Trio des Jazzclubs, sondern auch die Gäste bekamen ihre Bühne und spielten und tanzten bis spät in die Nacht. Der Erfolg: Jetzt wollen sich wohl auch die Jazzclub-Musiker dem nächsten Besuch in Bodajk anschließen, begeistert von der guten Atmosphäre. Erst ging’s aber mal zum Abschluss auf den Bodajker Platz am Urberacher Bahnhof, wo die ungarischen Gäste den Abschied und ihre Fahne in einem Video festhielten, das demnächst auf ihrer Homepage „Bodajk Around the World“ eingestellt wird.

Quelle: op-online.de

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