Bekenntnis zum Standort

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Ein Blick in die Versuchshalle zeigt die Dimensionen des Technikcenters. Kleines Foto: Wie es beim Einzug in eine neues Haus Tradition ist, schenkte Zeppelin-Chef Peter Gerstmann (links) seinem Rödermärker Kollegen Bernhard Scherer Brot und Salz.

Rödermark - „Meilenstein“, „Schritt in die richtige Richtung“, „Basis für positives Denken“: Die Vokabeln, mit denen gestern diverse Redner das neue Technikcenter der Zeppelin Reimelt GmbH in den höchsten Tönen priesen, drückten die Freude und Hoffnungen aus, die mit dem 2,5-Millionen-Projekt verbunden sind. Von Bernhard Pelka

Rödermarks größter Arbeitgeber legt mit dem Neubau ein klares Bekenntnis zum Standort mit derzeit 320 Mitarbeitern ab. Nach zehn Monaten Bauzeit drückten die Firmenchefs und Bürgermeister Roland Kern rote Knöpfe - und eins der weltweit modernsten Food Technology Center ging in Betrieb. Am Montag kommen die ersten Kunden, um sich das Schmuckstück anzusehen. Was die Hightech-Anlage kann, erläuterte Projektleiter Andreas Hofmann, dem Geschäftsführer Bernhard Scherer in seiner Ansprache ausdrücklich für sein großes Engagement dankte.

Das Technikum dient der Präsentation der Anlagen und zu Versuchen. Zeppelin Reimelt führt dort Kunden quasi im Kleinen vor, wie die Anlagen später im Großformat funktionieren. Auch können Interessenten ihre Testläufe alleine und ungestört überwachen und steuern, um Betriebs- und Produktgeheimnisse zu wahren. Auf dem zweistöckigen Versuchsareal in der 30 mal zwölf Meter großen Halle wurde keine Standard-Anlage fest installiert, sondern ein modulares System, das eine hohe Flexibilität gestattet. Je nach Anforderung stellt Zeppelin Reimelt über die Stationen Einfüllen, Sieben, Dosieren, Fördern, Wiegen und Mischen eine individuelle Versuchsanlage zusammen. Ein Schwerlastkran unter der Decke hebt dazu die Module an den ihnen zugedachten Platz. Im Labor nebenan können die Analysen und Messungen sofort ausgewertet werden.

Höchste Lebensmittel-Hygienestandards

Das Technikcenter erfüllt höchste Lebensmittel-Hygienestandards und bietet für Versuche mit flüssigen und pulverförmigen Rohstoffen unter anderem mit zwei Rohrstrecken je 240 Meter Länge für Hochdruckfördersysteme modernste Bedingungen. Direkt an die Versuchshalle schließen sich im Kundencenter Konferenzräume für Schulungen, vertrauliche Besprechungen und internationale Tagungen an.

Seit 2009 gehört Reimelt zur Unternehmensgruppe Zeppelin. Zeppelin-Geschäftsführer Peter Gerstmann wollte in seiner Rede in der neuen Versuchsanlage ein „Bekenntnis zum Standort und zur Nachhaltigkeit“ sehen. Das Gebäude indes sei auch „eine Erwartung an die Zukunft“. Was er damit meinte, formulierte er wenig später: Zeppelin Reimelt solle seinen Marktanteil verdoppeln. Denn das Unternehmen habe „noch nicht den Marktanteil, den wir uns vorstellen“.

Goldene Buch der Stadt

Bürgermeister Roland Kern versicherte, die Stadt werde alles tun, „damit die positiven Rahmenbedingungen für Firmen in unserer Stadt noch deutlicher hervortreten“. Zum Beispiel stelle sich die städtische Wirtschaftsförderung derzeit neu auf. Um die besondere Wertschätzung gegenüber Reimelt auszudrücken, hatte Kern das Goldene Buch der Stadt mitgebracht. Darin trugen sich unter anderem die Firmenchefs und die Vertreter der Stadt ein. Stolz (und vielleicht auch ein bisschen Rührung) löste dies etwa beim Geschäftsführer Hans-Jürgen Sussan aus, der dem Unternehmen bereits seit 30 Jahren treu dient. „Und jetzt darf ich mich auch noch ins Goldene Buch eintragen.“

Zeppelin Reimelt gehört zu den weltweit führenden Anlagenbauern für die Nahrungsmittelindustrie. 1883 unter dem Namen C. G. Kaiser & Reimelt in Leipzig gegründet, siedelte die Firma 1959 als Dietrich Reimelt KG von Frankfurt nach Rödermark um. Sie ist seit 2009 Teil der Zeppelin-Gruppe.

Quelle: op-online.de

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