Kälte bereitet Apfelbauern Kummer

Bleiben im Herbst die Bembel leer?

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Bekommen, gespült, benutzt: den großen handgestalteten Bembel bekam Straußwirt Alfons Weckesser (rechts) zum 60. Geburtstag geschenkt.

Urberach - Besitzer und Pächter von Streuobstwiesen machen sich wegen des herbstlich anmutenden Frühlings Sorgen um die Apfelernte. Die Bienen bleiben lieber im Stock als die Blüten zu bestäuben und so den Nachschub an Apfelwein zu sichern.

Den Äppelwoi-Freunden hat"s am Pfingstwochenende diesmal kräftig ins Gerippte geregnet. Das bekam auch die nur drei Tage pro Jahr geöffnete Straußwertschaft in Urberachs Bachgasse zu spüren. Grund zu feiern gab"s dennoch genug: Erst wenige Tage zuvor hatte Teilzeit-Wirt Alfons Weckesser auf einer Chinareise seinen 60. Geburtstag gefeiert, und nun überraschten ihn sein Partner Martin Hofmann, seine BSC-Kollegen und seine Apfelwein-Freunde mit einem persönlichen, großen und handbemalten Bembel samt einem „Faulenzer“ dazu. Das ist ein Eisengestell, das das Einschenken ohne großen Aufwand ermöglicht.

Die Straußwertschaft hat längst Tradition und deshalb auch ihre Stammgäste. Sogar am Sonntag im Regen hielten zahlreiche Freunde des hessischen Nationalgetränks die Stellung. Der Zuspruch war „zufriedenstellend“ nach Martin Hofmanns Meinung. Musik und Kunst spielten eine noch größere Rolle als in den vergangenen Jahren. Die Biebesheimer Straßenmusik, Monika Maurer, Hans-Peter Langlotz aus dem Vogelsberg, Rainer Weisbecker und natürlich die heimischen „Rodauschiffer“ sorgten für die Musik. Moderator Karl-Heinz Stier kam mit einer Isetta 300 vorbeigefahren.

Streuobstwiesen-Besitzer sorgen sich um nächste Ernte

Die Dietzenbacher Cartoonistin Uschi Heusel („Ratte Ludwig“) und Jörg Eyfferth stellten neue Gemälde aus und beeindruckten die Gäste damit. Bestens angekommen waren natürlich wie immer Apfelweinbratwurst sowie Hand- und Kochkäse. „Schade, dass ihr nur einmal im Jahr geöffnet habt“, sagten viele Besucher.

In echter Sorge sind die Streuobstwiesen-Besitzer um die nächste Ernte und damit auch das Stöffchen für die nächste Straußwertschaft: „Die Bäume blühen kräftig, aber weil’s so kalt ist, fliegen die Insekten nicht und bestäuben deshalb auch nicht. Die nächste Ernte ist deshalb absolut unsicher“, erläuterte Stefan Gerl aus Urberach und lachte herzlich über die gutgemeinten Ratschläge, doch alle Apfelbauern als Ersatzinsekten mit Leiter und Pinselchen auf die Streuobstwiesen zu schicken. 

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chz

Quelle: op-online.de

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