Bequem und mit Preisnachlass ins Theater

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Der Esszimmertisch ist das Home-Office von Waltraud Hitzel. Dort telefoniert sie die Liste der Rödermärker ab, die mit dem Rhein-Mainischen Besucherring ins Theater fahren wollen. Das sind im Schnitt 30 Interessierte.

Ober-Roden - (lö) Waltraud Hitzel vermittelt am Telefon Bequemlichkeit zu bezahlbaren Preisen. Für den Rhein-Mainischen Besucherring organisiert sie Theaterfahrten meist nach Frankfurt und gelegentlich nach Wiesbaden.

Der erste deutsche Besucherring wurde 1949 in Lübeck gegründet, um Kulturinteressierte vom flachen Land in die Städte zu holen. Seither haben sich ehrenamtlich tätige Besucherringe quer durch die Republik etabliert.

Während der Nachkriegsjahre ging‘s darum, den Menschen den Transport in die (Groß-)Städte überhaupt erst zu ermöglichen. Das hat sich in den vergangenen 60 Jahren natürlich gewandelt: Schon längst sind Komfort und ein satter Preisnachlass die Hauptgründe, mit einem Besucherring ins Theater zu gehen.

Der Rhein-Mainische Besucherring unterbreitet Waltraud Hitzel und ihrer Nieder-Röder Kollegin Christa Weiland mehrere Vorschläge, aus denen sie dann drei oder vier auswählen. Meist sind‘s Stücke des Fritz-Remond-Theaters, des Frankfurter Volkstheaters oder der Oper.

Wenn ich die Termine habe, telefoniere ich meine Liste ab“, schildert Waltraud Hitzel das Procedere. Rund 50 Namen sind dort verzeichnet. Manchmal muss sie auch zwei, drei mal anrufen, weil sich die Leute nicht entscheiden können. Opern und leichte Kost sind eher gefragt als zeitgenössisches Sprechtheater.

Der Besucherring bestellt den Bus, der viele Haltestellen im Stadtgebiet ansteuert und seine Passagiere direkt vors Theater bringt. Die meist älteren Kulturfreunde schätzen auch den Rücktransport. Waltraud Hitzel: „Die wollen spätabends keine S-Bahn mehr fahren!“

Kontakt:

- Waltraud Hitzel ist die Rödermärker Ansprechpartnerin des Rhein-Mainischen Besucherrings: Tel: 06074 98545. 

- In der Nachbarstadt Rodgau hat Christa Weiland diese Aufgabe übernommen. Sie ist per Telefon unter Tel: 06106 71083 erreichbar.

Vorteil Nummer zwei ist der Preis. „Wo sonst gibt‘s ungefragt 30 Prozent Rabatt?“, fragt Waltraud Hitzel eher rhetorisch. Die Theater räumen dem Rhein-Mainischen Besucherring die Preisvorteile eines Abonnements ein, verpflichten ihn aber nicht, eine bestimmte Anzahl von Vorstellungen an bestimmten Terminen zu besuchen. Das spart beim zweiten Rang, dem am häufigsten verlangten Platz, immerhin 18 Euro.

Um Extrawünsche kümmert sich dann Waltraud Hitzel, das gehört einfach zum Service. Manche Rödermärker Theaterfreunde wollen lieber im teuren Parkett sitzen, weil ihnen im zweiten Rang die Empore zu dicht überm Kopf hängt. Ein älterer Herr, der vor Jahren eine Arm verloren hat, legt Wert auf einen Außenplatz, damit niemand versehentlich seinen Stumpf anrempelt.

Waltraud Hitzel sucht auch Ersatz, falls jemand ausfällt: „Da ist‘s gut, wenn man einen großen Bekanntenkreis hat.“ Seit sie den Besucherring in Rödermark managt, blieb selten ein Platz im Bus frei. Waltraud Hitzel war 30 Jahre lang Pfarrsekretärin in der St. Nazarius. Und in dieser Zeit dürfte so ziemlich jeder katholische Ober-Röder einmal in ihrem Büro gestanden haben - mindestens.

Quelle: op-online.de

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