Berufliche Perspektiven

Europa als Karriere-Sprungbrett

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Luca Wallner

Rödermark - Berufspraktika in Italien und Spanien, Partnerschaften mit Schulen in sieben europäischen Ländern, Biologie- und Geschichtsunterricht in englischer Sprache: An der Nell-Breuning-Schule (NBS) ist Europa gelebter Alltag. Von Michael Löw

Die Dreizehnt-Klässler verbinden Europa nicht automatisch mit Euro-Krise, Schuldendebakel und Rettungsschirmen.

Das jedenfalls ergab eine - sicherlich nicht repräsentative - Umfrage unserer Zeitung gestern im Politik-Leistungskurs von Lutz Reeh. Die Abiturienten des Jahres 2013 machten sich ihre Gedanken über Risiken und Chancen. Und gehen ganz pragmatisch an die Sache ran.

Ein großes Europa ist in ihren Augen eine große berufliche Perspektive und bietet vielfältige Reisemöglichkeiten. Die schnöden Milliarden spielen für die Schüler offenbar keine große Rolle. Auch die längste Friedensphase in der Geschichte unseres Kontinents ist für sie so selbstverständlich, dass sie kein Wort darüber verlieren.

Luca Wallner

„Zu Europa würde ich auf auf jeden Fall Chance sagen“, meint Luca Wallner, der ein Berufspraktikum in Bari/Italien absolviert hat. Die Verflechtungen der Länder würden gerade auf dem Finanzsektor immer enger. Die Chancen, sowohl als Individuum als auch als Staat auf internationaler Ebene etwas zu erreichen, seien heute ungleich größer „als im Europa von vor 30 Jahren.“

Aylin Celik

Aylin Celik will von anderen Kulturen lernen, das treibe die Entwicklung voran. Sie peilt eine Karriere als Hotelmanagerin an - viel internationaler kann man also kaum arbeiten, will man seine an der Schule gewonnenen Europa-Ideen im Berufsleben umsetzen.

Der bilinguale, also der zweisprachige Unterricht und die Austauschprogramme öffnet den NBS beste Chancen für eine Karriere in Europa, findet Dilek Ertürk. Europa heißt für die junge Frau, die Deutsch, Türkisch, Englisch, Spanisch und Italienisch spricht, vor allem attraktive Hochschulen.

Aylin Celik

Ahmet Yilmaz weiß, was es bedeutet, „nicht Teil dieser Gemeinschaft zu sein“. Er ist türkischer Staatsbürger und braucht für eine NBS-Studienfahrt nach Kroatien sogar zwei Visa: ein Transitvisum für Slowenien und ein Touristenvisum für Kroatien. „Für EU-Bürger ist das Reisen sehr bequem, man genießt nur Vorteile“, stellt Ahmet Yilmaz mit einer Portion Neid fest. Er bleibt aber vorsichtig: „Im großen Geflecht der Staaten macht man sich auch abhängig!“

Ahmet Yilmaz

Die NBS ist seit dem Jahr 2000 als Europaschule zertifiziert. Europa, die Europäische Union und der Euro stehen in vielen Fächern und Kursen auf dem Lehrplan.

Quelle: op-online.de

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