Ausbildung in Urberach

Berufsakademie besser als Bankakademie

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Applaus für die Berufsakademie: Minister Jörg-Uwe Hahn nahm von der Visite in Urberach doch einige überraschende Erkenntnisse mit nach Wiesbaden.

Urberach (lö) - Die erst 2003 gegründete Berufsakademie Rhein-Main (BA) hat der etablierten School of Finance (früher: Bankakademie) zumindest bei der Commerzbank den Rang abgelaufen. Die bildet in Urberach rund 100 Führungskräfte aus, in Frankfurt sind"s nur 40.

Das war die wohl erstaunlichste Erkenntnis, die Hessens Justiz-, Integrations- und Europaminmister Jörg-Uwe Hahn bei seinem Besuch auf dem neuen BA-Campus gewann. Der war gestern Nachmittag eine von drei Stationen auf der Sommertour des FDP-Politikers. Hausherr Bernd Albrecht hatte zur Minister-Visite auch hochkarätige Vertreter der 100 Partnerunternehmen eingeladen.

Welchen Stellenwert die BA bei der Commerzbank genießt, machte deren Personalvorstand Alfred Reicherzer deutlich. Die Commerzbank belegt 100 der 280 Studienplätze und ist damit wichtigster Partner. Es gebe bundesweit keinen anderen Ausbildungsstandort, an den die Commerzbank mehr ihrer künftigen Projekt- und Abteilungsleiter schicke, erläuterte Reicherzer.

Der Personalchef der Bahntochter, DB Systel, Jörg Kiesewalter, lobte das praxisnahe Studium. Quasi als lebendes Beispiel saß BA-Student Marvin Blumenthal neben ihm, der im Studium die Heim-Arbeitsplätze des Unternehmens entwickelt.

Vierter Studiengang erwünscht

Jürgen Hagenlocher, Geschäftsfirma von Videor in Ober-Roden, ist Dozent der ersten Stunde und Vorsitzender der BA-Kuratoriums und hat für seinen qualifizierten Nachwuchs Studienplätze in den Fächern Wirtschaft und Wirtschaftsinformatik gebucht. Wenn im Oktober der Studiengang Außenwirtschaft neu hinzu kommt, will Videor als Unternehmen mit weltweiten Verbindungen auch da Plätze belegen.

Einen vierten Studiengang wünschte sich - allerdings vergeblich - Wolfgang Heubner, der bei Zeppelin Reimelt fürs Personal verantwortlich ist: „Schade, dass Sie keinen technischen Bereich haben!“ Der Urberacher Anlagenbauer sucht händeringend Ingenieure und findet sie immer schwerer.

BA-Leiter Bernd Albrecht und Erster Stadtrat Alexander Sturm, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, hatten dem Minister den Weg vom schwierigen Start mit 18 Studenten hin zu Hessens größter Berufsakademie geschildert. Carolin Pfütz stellte die Ausbildung aus Sicht der Studenten dar, Stefanie Fratina und Michael Hopf lobten die Karriereperspektiven der Absolventen.

Quelle: op-online.de

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