Berufsakademie auf Expansionskurs

Urberach (lö) ‐ Hessens größte Berufsakademie will weiter wachsen und plant einen Neubau zwischen Badehaus, Märktezentrum und Bahnlinie.

Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet Anfang Dezember über den Kauf eines rund 7750 Quadratmeter großen Grundstückes in der Straße „Am Schwimmbad“. Als Kaufpreis nannte Bürgermeister Roland Kern gestern 60 Euro je Quadratmeter. Macht in der Summe rund 460 000 Euro, die die Stadt trotz ihres hochdefizitären Haushalts in die Berufsakademie (BA) Rhein-Main investieren will.

Der bisherige Standort in der Ober-Rodener Straße platzt schon lange aus allen Nähten. Akademieleiter Bernd Albrecht fordert seit Jahren zusätzliche Räume. BA-Aufsichtsratsvorsitzender Alexander Sturm verhandelte schon geraume Zeit mit Grundstücksbesitzern. Der Absturz der Finanzmärkte und der Beginn der Weltwirtschaftskrise vor gut einem Jahr stellten die Expansion zunächst in Frage.

Mehr Studenten als im Vorjahr

Doch unsere Partnerunternehmen schicken auch in schwierigen Zeiten mehr Studenten“, erklärte Sturm. Das brachte neuen Schwung in die Verhandlungen. Zum Wintersemester 2009/2010 fingen am 1. Oktober 94 künftige Wirtschaftswissenschaftler und -informatiker an, insgesamt studieren fast 260 potenzielle Führungskräfte aus mehr als 100 Partnerunternehmen in Urberach.

Seit 2005 braucht die BA keinen Zuschuss der Stadt mehr, sondern erwirtschaftet Überschüsse, mit denen sie Rücklagen für den Umzug bietet. Ob sie den Neubau selbst errichtet oder von einem Bauträger mietet, ist nach Auskunft Sturms noch offen. Das will der Aufsichtsrat im Frühjahr klären.

Sicher ist schon jetzt: Der Neubau soll zunächst nur etwas größer werden als das alte Telenorma-Ausbildungszentrum und Platz für Erweiterungen bieten. Und er soll Campus-Charakter erhalten. Sturm: „Momentan gucken die Studenten in den Pausen in die Auspuffrohre vorbeifahrender Autos.“ Parkplätze für die eigenen Fahrzeuge sind Mangelware.

Zirka zwei Millionen soll der Neubau kosten

BA-Leiter Albrecht schätzt den akuten Platzbedarf auf 1500 bis 1800 Quadratmeter Gebäudefläche. Wichtig sind ihm variable Räume, die sich an die Größe der Studiengruppen anpassen lassen. „Wir wollen uns baulich an dem orientieren, was finanziell vertretbar ist“, sagte er. Erste Überlegungen zu den Baukosten bewegen sich zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro.

Heute Abend verabschiedet die Berufsakademie ihren vierten Abgänger-Jahrgang. In der Kulturhalle erhalten 60 Absolventen ihr Diplom. Ihre Vorgänger hatten nach dem praxisbezogenen Studium durchweg gute Berufsaussichten: Weit über 80 Prozent, so die Rückmeldungen bei der BA, wurden von ihren Ausbildungsunternehmen übernommen.

Quelle: op-online.de

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