Berufsfeuerwehr-Wochenende in Urberach

Theaterblut fließt in Strömen

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Täuschend echt wirkten die Brandwunden bei der Abschlussübung im Kindergarten „Sternenburg“ in der Bruchwiesenstraße.

Urberach - Das Berufsfeuerwehr-Wochenende ist der Höhepunkt im Programm der Urberacher Jugendfeuerwehr. „Da fiebern die Kinder das ganze Jahr darauf hin“, freute sich Jugendwart Christoph Prenzel über die positive Resonanz.

18 Kinder und Jugendliche absolvierten innerhalb von 24 Stunden 14 Einsätze. Die Abschlussübung fand in der Kita „Sternenburg“ in der Bruchwiesenstraße statt. Damit die Übungen möglichst realistisch wirken, hatte zum Beispiel Nina Birgel eine ganze Menge zu tun. Die Feuerwehrfrau aus Ober-Roden unterstützte ihre Urberacher Kollegen als Verletztendarstellerin. „Ich bin heute schon vom Fahrrad gefallen und hysterisch aus einem brennenden Haus gerannt“, erzählte Nina Birgel bei der Nachtübung auf der Bulau. Auf dem Waldfestplatz war sie dann auch wieder als Darstellerin im Einsatz. Allerdings etwas später als geplant. Eigentlich sollte der Nachwuchs schon um kurz vor Mitternacht zur Menschenrettung ausrücken. Es wurde dann eine halbe Stunde später.

Trotz des dicht gedrängten Programms absolvierten die 18 Teilnehmer auch die Nachtübung auf der Bulau mit vollem Engagement. Die Situation war reichlich unübersichtlich. „Einer will sich vom Dach stürzen, weil sein bester Kumpel mit seiner Freundin rum gemacht hat“, war über das Übungsszenario zu erfahren. Die Frau flüchtete vor dem Streit der alkoholisierten Männer in den Wald. Bis die drei Personen einigermaßen wohl behalten im Rettungswagen der Johanniter abgegeben werden konnten, verging einige Zeit. Die Darsteller der aggressiv auftretenden Herren spielten ihre Rolle überzeugend.

Übung in der Feuerhölle

So endete der Arbeitstag erst gegen zwei Uhr in der Nacht. Die Ruhe währte allerdings nur bis sieben Uhr, da „brannte“ in Messenhausen schon wieder ein Auto nach einem Verkehrsunfall. Trotz wenig Schlaf hielten die Teilnehmer tapfer durch. „Ein Teil der Kinder hat sogar gar nicht geschlafen“, berichteten die Betreuer.

Bei der Abschlussübung wurden die 9- bis 16-Jährigen noch einmal richtig gefordert. Das Übungsszenario sah als Folge eines Kurzschlusses in einem elektrischen Gerät einen Brand vor, der sich schnell im ganzen Kindergarten ausbreitete. Sechs Kinder und Erzieherinnen mussten „gerettet“ werden. „Die machen das schon ziemlich gut. Teilweise sogar besser, als gedacht“, lobte Daniel Mikic die Nachwuchsfeuerwehrleute. Daniel Mikic hatte die Abschlussübung federführend ausgearbeitet. Dem Vorbereitungsteam gehörten außerdem Jenny Ahnert, Jenny Kohler, Marcel Kugler und Christian Rist an.

Das von ihnen ausgearbeitete Programm umfasste unter anderem Verkehrsunfälle, Wasser im Keller, einen Werkstattbrand sowie den bereits erwähnten Waldbrand und den Gefahrgutunfall. „Das war zum Teil schon recht aufwändig. Gerade so ein Gefahrgutunfall ist ja nicht alltäglich“, so Jugendwart Christoph Prenzel. Auch ein paar Fehlalarme durften nicht fehlen. Die kommen im Feuerwehralltag ja auch das ein oder andere Mal vor.

Übung der Jugendfeuerwehren (2011)

Übung der Jugendfeuerwehren

Bei etwa der Hälfte der Übungen war auch die Jugend der Johanniter Unfallhilfe mit neun Teilnehmern dabei. „Wir sind wirklich gut eingespielt“, freuten sich Christoph Prenzel und Lars Brandstädter von der Johanniter-Jugend. Dank der bewährten Zusammenarbeit konnten die Übungen ziemlich realistisch dargestellt werden.

Das Schmink-Team der Johanniter hatte wieder ganze Arbeit geleistet. Die Brandwunden bei der Abschlussübung wirkten jedenfalls täuschend echt. „Es ist aber natürlich nicht unser Ziel, bei den Kindern mit den realistisch wirkenden Verletzungen Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Kinder sollen vielmehr spielerisch an diesen Anblick gewöhnt werden, dass ihnen für später, wenn es ans richtige Retten geht, die Scheu und die Hemmschwelle genommen wird und sie richtig helfen können“, erklärte Christoph Prenzel. „Die klassische Feuerwehrübung mit Feuer und Verletzten macht den Kindern erfahrungsgemäß am meisten Spaß“, so Prenzel. Da war die Abschlussübung genau richtig. Neben der Johanniter-Jugend war sonst auch immer die Jugendfeuerwehr Eppertshausen beim Urberacher Berufsfeuerwehr-Wochenende mit dabei. Das klappte diesmal aus Termingründen nicht.

ey

Quelle: op-online.de

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