Betreuung liegt in einer Hand

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Der Förderverein der Trinkbornschule übernimmt die Federführung für mehr als 200 Ganztagsplätze.

Ober-Roden ‐ Der Förderverein der Trinkbornschule ist nach den Sommerferien alleiniger Träger der Mittagsbetreuung für Ober-Rodens Grundschüler. Bislang bieten der Verein und die städtische Kinderhorte Betreuung außerhalb des Unterrichts an - allerdings mit unterschiedlichen Öffnungszeiten. Von Michael Löw

Die werden ab August vereinheitlicht. Nach Auskunft der stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins, Heidi Bennemann, gibt es dann 230 Plätze: 200 an der Trinkbornschule, 30 an ihrer Filiale im Breidert. Das reicht zunächst, ergänzte Bennemann. Begrenzender Faktor sei ohnehin die neue Mensa an der Trinkbornschule, die 200 Kinder versorgen kann. Die frühere Konrektorin machte aber auch deutlich, wer Vorrang hat, wenn die Betreuungsplätze knapp werden sollten. Dann nämlich entscheide der Förderverein nach sozialen Kriterien - sprich: eine allein erziehende Berufstätige kommt schneller zum Zug als eine Hausfrau mit gut verdienendem Partner.

Das „Unternehmer Forum Rödermark“ hat dem Förderverein der Trinkbornschule 5 400 Euro für die Ganztagsbetreuung gespendet. Die damit verbundenen Investitionen, die vor allem für die Einrichtung neuer Räume entstanden, hätte der Förderverein ohne die Unterstützung des „Unternehmer Forums“ kaum stemmen können.

Wie groß der Bedarf ist, zeigte die Besucherzahl bei einer Informationsveranstaltung in der Kulturhalle. Rund 300 Mütter und Väter ließen sich von Bürgermeister Roland Kern, der Leiterin der Fachabteilung Kinder, Edith Itta, der Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer der Trinkbornschule, Lydia Drengwitz, der kommissarischen Schulleiterin Angela Behle und Betül Gülmez-Götzmann vom Kreis Offenbach über den Stand der Dinge unterrichten. Basierend auf Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung, die Bürgermeister Kern erläuterte, hatte sich im vorigen Jahr ein Arbeitskreis aus Förderverein, Schule, Verwaltung, Horterzieherinnen und Eltern gebildet, der das Projekt auf den Weg brachte.

Das „Unternehmer Forum Rödermark“ (UFR) ist ein Zusammenschluss von zur Zeit 23 Unternehmen, die sich unter anderem sozial und gesellschaftlich für die Stadt und ihre Bürger engagieren. Dieses Engagement hat das UFR fest in seinen Statuten verankert.

Die Schule entwickele sich heute zu einem „Lern- und Lebensort“ erklärte Lydia Drengwitz, die das neue Modell vorstellte. „Schule müsse bedarfs- und zukunftsorientiert sein, die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und Rahmenbedingungen schaffen, dass es den Kindern gut gehe.“ Kreis, Stadt, Förderverein und Schule haben die Systeme zusammengeführt. Da der Förderverein auf eine jahrelange Erfahrung der Betreuung zurückblicken kann, übernimmt dieser nun die Trägerschaft der Mittagsbetreuung. Da dies jedoch ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen ist, wird eine hauptamtliche Geschäftsführung nötig. Der Vorstand bastelt noch an der Ausschreibung. Gesucht wird eine Mischung aus Banker, Steuerberater und Pädagogen, erläuterte Heidi Bennemann.

Durch so genannte „Personalgestellungsverträge“ werden die Erzieherinnen aus dem Hort Trinkbrunnenstraße quasi dem Förderverein unterstellt. Gemeinsam mit den Kräften des Vereins kümmern sie sich um die Umsetzung der pädagogischen Konzepte.

Völlig einheitlich ist die Nachmittagsbetreuung aber auch unterm Dach des Fördervereins nicht. Im Breidert bleibt sie zweigeteilt: Erst- und Zweitklässler werden an der Schule betreut, Dritt- und Viertklässler im Hort an der Potsdamer Straße. Sollten die Plätze dort knapp werden, verspricht der Förderverein kurzfristige Lösungen. Heidi Bennemann: „Wir werden kein Kind auf der Straße stehen lassen!“

Quelle: op-online.de

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