Betreuungsbau kostet 1,6 Millionen Euro

Rödermark - (lö) Rund 100 Grundschüler und ihre Eltern warten angeblich allein in Ober-Roden auf einen Betreuungsplatz. Diesen Mangel soll der Magistrat bis nach den Sommerferien beheben - sprich: zusammen mit dem Förderverein Räume und Personal suchen. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der CDU/FDP-Koalition am Dienstagabend einstimmig.

Der Vorsitzende des Sozialausschusses, Jörg Rotter (CDU), würde als Zwischenlösung sogar Container auf dem Schulhof oder gemietete Räume akzeptieren. Mittelfristig soll der Magistrat die städtischen Kinderhorte in die Grundschulen eingliedern, damit die Betreuung nach einem einheitlichen Konzept angeboten wird. Das, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Armin Lauer, spare der Stadt auch Kosten.

Ein Anbau, der die Trinkbornschule zur Ganztagsschule macht, kostet laut Kämmerer Alexander Sturm 1,6 Millionen Euro. Da die Stadt die Planung vorfinanziert hat, könnten die Bagger noch in diesem Halbjahr anrollen. Die Stadt müsste allerdings keinen Cent für den Betreuungsbau zahlen, denn der Kreis finanziert ihn aus seinem Anteil am Konjunkturpaket. Diese gute Nachricht verkündete Reimund Butz (AL), der auch Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag ist, quasi taufrisch aus dem Schulausschuss mit.

Rotter und der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Hans Gensert, warnten davor, die Betreuungsdiskussion allein auf die eigentliche Trinkbornschule zu konzentrieren. „Wir müssen den Standort Breidert auch in Zukunft sichern“, sagte Gensert. Eltern befürchten, dass die Schul-Dependance von der Betreuung abgehängt wird.

Bürgermeister Roland Kern betonte während der Diskussion, dass die Fachabteilung Kinder die Warteliste schon ein ganzes Stück abgearbeitet habe. Nach Aussage der Verwaltung sei sie aber nur noch 75 Namen lang. Auch Kern plädierte für eine schnell umsetzbare Übergangslösung: „Eltern wollen wissen, was mit ihren Kindern ist!“

Quelle: op-online.de

Kommentare